Halteverbot in Viersen Anwohner empört über Halteverbot

Viersen · An der Waldnieler Straße wurde im Juli ein Halteverbot eingerichtet. Ein anliegender Landwirt hatte sich 2017 beschwert, dass seine Ausfahrt zugeparkt wird. Anwohner beklagen nun eingeschränkte Parkmöglichkeiten.

                       Oraldo  Baumgardt, Hans -Dieter Tepner und  Arnold Olbertz sind empört über das  Halteverbot an der Waldnieler Straße.

Oraldo Baumgardt, Hans -Dieter Tepner und Arnold Olbertz sind empört über das Halteverbot an der Waldnieler Straße.

Foto: Knappe, Jörg (jkn)

Weiße Linien im Zick-Zack vor dem Gebäude eines Landwirtschaftsbetriebes an der Waldnieler Straße zeigen deutlich: Hier darf nicht geparkt werden. Das war vor Juli noch anders. „Über 30 Jahre habe ich da immer geparkt“, sagt Arnold Olbertz. „Und es war nie ein Problem.“ Olbertz wohnt auf der anderen Seite der Straße, direkt gegenüber vom Bauernhof.

Angefangen hätten die Probleme damit, dass mehrere Anwohner, die ihre Fahrzeuge sonst etwas weiter weg von der Einfahrt abgestellt haben, Knöllchen bekommen hätten, sagt der 69-Jährige. In der Regel hätten sie ihre Autos so geparkt, „dass ein Reifen auf dem Grünstreifen steht, um auf der Straße mehr Platz zu lassen“. Nach den Verwarnungen des Ordnungsamts hätten die Anwohner ihre Autos auf der Straße geparkt. „In einer Ortschaft ist dies schließlich erlaubt“, sagt Olbertz. Daraufhin habe sich – bereits im vergangenen Jahr – der Landwirt über parkende Autos beschwert. „Er sagte, er käme mit Trecker und Anhängern nicht mehr aus dem Hof raus.“ Hans-Dieter Tepner, der seit über 30 Jahren Olbertz regelmäßig besucht, berichtet ebenfalls von Beschwerden des Landwirts, wenn er sein Auto abgestellt habe.

Als im Juli das Halteverbot links und rechts von der Ausfahrt des Bauernhofs umgesetzt wurde, begannen Anwohner und auch Besucher, darunter auch Tepner, auf der Straßenseite gegenüber des Bauernhofs zu parken. „Auch darüber beschwerte sich der Landwirt, und kurze Zeit später stand ein Schild für Halteverbot auch auf dieser Straßenseite“, sagt Tepner. Die Einrichtung des Halteverbots hätten er und seine Nachbarn und Gäste als kurzfristig empfunden, sagt Olbertz. Das Halteverbot schränke ihn außerdem stark ein, da er selbst auf seinem Grundstück keine Parkmöglichkeiten habe und nun viel zu weit weg von seinem Haus parken müsse.

„Die Stadt Viersen als Straßenverkehrsbehörde hat im Februar 2018 die Einrichtung von Halteverboten im Bereich Waldnieler Straße 88 angeordnet“, berichtet Frank Schliffke, Sprecher der Stadt Viersen. Der Landesbetrieb Straßen NRW habe als Straßenbaulastträger diese Anordnung im Juli 2018 umgesetzt. „Grundlage der Anordnung war ein entsprechender Antrag vom April 2017. Dieser Antrag ist im üblichen Verfahren behandelt worden. Dazu gehört die Anhörung weiterer Stellen, unter anderem der Polizei.“

Als Grund für die Umsetzung des Halteverbots gibt die Stadtverwaltung an, dass Ein- und Ausfahrt in dem landwirtschaftlichen Betrieb mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen durch parkende Fahrzeuge stark behindert und teilweise unmöglich gemacht worden sei. Schliffke: „Der Bereich, in dem Halteverbot angeordnet wurde, beschränkt sich auf den Platz, der erforderlich ist, um die Grundstückszufahrt bestimmungsgemäß zu nutzen.“ Der betroffene Landwirt selbst sagt: „Ich kam im Sommer mit meinen Anhängern nicht raus. Ich hatte einen Termin, zu dem ich Kartoffeln ausliefern musste, und durch die geparkten Autos kam ich nicht vom Hof.“ Dies habe sich mehrmals in ähnlicher Form zugetragen.

Beschwerden von Landwirt und weiteren Anwohnern habe es jedoch auch gegeben, wenn Tepner oder Olbertz ihre Fahrzeuge vor oder hinter den Halteverboten geparkt hätten, berichten beide. Tepner befürchtet nun weitere Halteverbote auf der Straße. Dies sei von Seite der Stadt allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant, sagt Stadtsprecher Schliffke.

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