Tierischer Nachwuchs in Viersen Storchenküken sind die Stars beim Mühlentag

Viersen · Führungen durch die Clörather Mühle waren am Pfingstmontag durchaus gefragt bei den Besuchern. Doch noch größer war das Interesse an den Störchen, die dort zu beobachten sind. Sie haben gerade Nachwuchs.

Vier Küken hat die Storchenfamilie an der Clörather Mühle. Besucher konnten den Nachwuchs dank einer Kamera am Pfingstmontag auf einem Bildschirm beobachten.

Vier Küken hat die Storchenfamilie an der Clörather Mühle. Besucher konnten den Nachwuchs dank einer Kamera am Pfingstmontag auf einem Bildschirm beobachten.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Emely ist aufgeregt. „Mama, schau mal. Wie süß“, sagt die Siebenjährige. Sie steht gerade vor einem großen Bildschirm an der Clörather Mühle in Viersen. Auf dem Schirm zu erkennen: eine Storchenmutter und ihre vier Küken. Der süße Nachwuchs kann hautnah beobachtet werden, denn auf dem Bildschirm wird das nur wenige hundert Meter entfernte Storchennest in Echtzeit übertragen.

„Derzeit beherbergt das Nest vier Küken. Das ist ein Rekord, sofern alle überleben. Maximal sind bisher drei Küken flügge geworden“, berichtet Bernhard Mertens von der Clörather Mühle. Der tierische Nachwuchs zog am Pfingstmontag Hunderte Besucher auf das Gelände. Doch an diesem sonnigen Tag gab es noch mehr als nur süße Storchen-Küken zu entdecken: Die Clörather Mühle – sowie drei weitere Mühlen in Viersen – nahmen am Deutschen Mühlentag teil. So wurden auch Führungen durch die ehemalige Wassermühle, eine Imkershow mit Honigverkauf sowie Getränke und Speisen angeboten.

Die Führungen durch die historische Mühle waren gefragt – doch die jungen Störche bleiben die Stars unter den Besuchern. „Ich wohne seit vielen Jahren in Viersen und bin eigentlich immer über die Pfingsttage verreist“, sagt Klaus Kayser (75). „In diesem Jahr habe ich das Glück, den Mühlentag vor Ort genießen zu können.“

Ausgerüstet mit der Kamera hatte sich der 75-Jährige am Montagmorgen auf den Weg gemacht. „Ich fahre oft mit dem Fahrrad an der Niers entlang und habe das Storchennest von der Ferne beobachtet. Es ist eine Besonderheit, durch die Übertragung das Nest so detailliert betrachten und die Störche fotografieren zu können“, sagt Kayser. Als großer Tierfreund ist das Storchennest sein Highlight schlechthin: „Ich genieße es sehr, heute hier zu sein.“

 Und ja, die historische Mühlenanlage stieß natürlich auch auf Interesse. Es gab Führungen, die ziemlich gefragt waren.

Und ja, die historische Mühlenanlage stieß natürlich auch auf Interesse. Es gab Führungen, die ziemlich gefragt waren.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Und damit war er nicht allein: Zahlreiche Besucher – sowohl Jung als auch Alt – strömten zu der Echtzeit-Übertragung, schauten durch ihr eigenes Fernglas oder das aufgestellte Fernrohr und unterhielten sich über den Nachwuchs. „Das Storchennest zieht unheimlich viele Menschen an“, weiß auch Mühlenbesitzer Mertens. Als 2010 das erste Mal ein Storchenpaar an der Clörather Mühle gebrütet hat, besuchten mehr als tausend Menschen die Viersener, um auch mal einen Blick in das Nest zu erhaschen. „Auch in diesem Jahr rechnen wir wieder mit einer guten Frequentierung“, sagt Mertens.

Die Mühle ist seit 1971 im Familienbesitz. „Damals war das Gebäude sehr heruntergekommen und wir haben 30 Jahre lang alles restauriert“, berichtet Mertens. Über den treuen Besuch des Storchenpaares freut er sich: „Bis auf zwei Jahre Pause wurde seitdem jedes Jahr gebrütet.“ Und es bleibt weiterhin spannend: „Erstmal hoffen wir, dass alle Jungen durchkommen. Spätestens Ende Juni fängt der Nachwuchs mit den ersten Flugübungen an.“

Diese bekommen die Besucher der Clörather Mühle oftmals hautnah beim Kulturprogramm mit. „Beim Mühlenblues im Innenhof der Mühle sind im letzten Jahr die Störche direkt über uns geflogen“, erinnert sich eine Besucherin. Spätestens Ende September wird das Nest dann wieder frei: „Dann fliegen die Störche in den Süden“, erklärt Mertens.

Manfred Leibeling (80) war für die Störche und die Viersener Mühle aus Krefeld-Hülst angereist. „Ich finde den Mühlentag großartig. Ich interessiere mich generell für Burgen und Mühlen und freue mich über die angebotenen Besichtigungen“, sagt er. Er lobt die Landschaft rund um die historische Wassermühle: „Es ist sehr idyllisch und auch das Storchennest finde ich sehr interessant.“ Für den Krefelder ging es nach einigen Schnappschüssen des Storchennestes und der Besichtigung der Clörather Mühle weiter. Er wollte an diesem Tag so viele Mühlen wie möglich besichtigen. Die meisten Besucher hatten es nicht so eilig. Sie setzten sich mit einem kühlen Getränk und einem leckeren Mühlenbrot in die Sonne – und genossen den Feiertag ausgiebig.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort