Viersen: Stadt plant, das Mütterzentrum in Dülken von der Heesstraße ins Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde zu verlagern

Viersen : Umzug soll Kita-Plätze schaffen

Die Stadtverwaltung schlägt vor, das Mütterzentrum in Dülken von der Heesstraße ins Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde zu verlagern. So könnte am alten Standort das städtische Familienzentrum erweitert werden.

Die Mitglieder des Mütter­zentrums in Dülken werden womöglich bald Kisten packen. Der Jugendhilfeausschuss der Stadt hat in seiner jüngsten Sitzung den Umzug der Einrichtung auf den Weg gebracht – „vorbehaltlich der Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel“, heißt es im Beschluss. Die Stadt würde sich an Umzugskosten, aber auch laufenden Kosten – 25.500 Euro pro Jahr – beteiligen.

Im November beraten der Finanzausschuss und der Stadtrat über die Pläne. Sollten sie umgesetzt werden, würde das von einem Verein betriebene Mütterzentrum von der Hees­straße ins evangelische Pfarrhaus an der Martin-Luther-Straße wechseln. An der Heesstraße könnte die benachbarte Kita die so frei gewordenen Räume übernehmen. Zwei weitere Gruppen könnten dort eingerichtet werden, dreieinhalb Fachkraftstellen für Erzieherinnen müsste die Stadt als Träger schaffen. Investitionskosten: 100.000 Euro.

Die evangelische Kirchengemeinde sei 2016 an die Stadtverwaltung herangetreten, berichtete Wolfgang Timons vom Fachbereich Kinderbetreuung den Mitgliedern des Ausschusses. Die Gemeinde habe die Frage geäußert, ob es möglich sei, das Pfarrhaus für Kinderbetreuung zu nutzen. Die Stadtverwaltung habe beraten: „Lasst uns schauen, ob wir das Mütterzentrum da hinbringen können.“ Denn so wäre im städtischen Familienzentrum an der Heesstraße, in dem das Mütterzentrum derzeit untergebracht ist, Platz für zusätzliche Kita-Plätze. Neun Plätze für Kinder unter drei Jahren und 14 Plätze für Kinder über drei Jahren könnten ab kommendem Sommer neu angeboten werden. 

Das Mütterzentrum ist ein offener Treffpunkt für Kinder und Eltern, in dem Mütter ehrenamtlich zum Beispiel Spiel- und Krabbelgruppen betreuen. Unterstützt werden sie von pädagogischem Fachpersonal. „Das Mütterzentrum beabsichtigt, in Kooperation mit weiteren Anbietern, sich verstärkt im Bereich der Angebote für schwangere Frauen zu engagieren“, informierte die Stadtverwaltung. Für solche Angebote eigneten sich die Räumlichkeiten im Pfarrhaus. Das Mütterzentrum habe großes Interesse an dem Umzug an die Martin-Luther-Straße geäußert.

Derzeit ist das Mütterzentrum im städtischen Familienzentrum an der Hees­straße untergebracht. Foto: Nadine Fischer

Für die Verwaltung wäre die Verlegung des Mütterzentrums die kostengünstigere Lösung. Denn würden zwei zusätzliche Gruppen für die Kita Heesstraße in einem von einem Investor errichteten Neubau untergebracht, argumentiert sie, „würden hierfür Mietkosten in nicht unerheblicher Höhe anfallen“. Pro Jahr seien dies 60.000 bis 63.000 Euro. Im Jugendhilfeausschuss wurden die Umzugspläne dennoch diskutiert. Maria Dittrich (Grüne) beantragte, die Abstimmung über den Beschlussvorschlag zu vertagen – ihre Fraktion habe noch Beratungsbedarf. Schließlich gehe es um erhebliche städtische Mittel, die zugeschossen werden müssten. Der Ausschuss entschied sich knapp mehrheitlich dagegen und folgte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung – bei drei Enthaltungen.

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