Kreis Viersen Schlagabtausch zum Kreisarchiv - Viersens SPD fordert Kostendeckel

Viersen · Am kommenden Donnerstag befasst sich der Kreistag in einer Sondersitzung mit den deutlich gestiegenen Kosten für den nachhaltigen Neubau.

 So soll das Kreisarchiv am Ransberg in Viersen-Dülken mal aussehen.

So soll das Kreisarchiv am Ransberg in Viersen-Dülken mal aussehen.

Foto: Bruno Wesch

Das politische Nachspiel der eklatanten Kostensteigerungen für den Neubau des Kreisarchivs hat begonnen: Der Viersener SPD-Vorsitzende Michael Lambertz forderte einen Kostendeckel für den Neubau. Seine Partei erwägt, das Rechnungsprüfungsamt einzuschalten.

Landrat Andreas Coenen (CDU) hatte im Kreistag die Mitglieder informiert, dass gegenüber einer ersten Kostenschätzung von 8,9 Millionen Euro plus 20 Prozent Sicherheitszuschlag aus dem Jahr 2016 nun nach einer ersten Berechnung mit Baukosten von 14,7 Millionen Euro zu rechnen sei.

„Mir fehlten die Worte, als ich das gehört habe“, sagte Lambertz jetzt im Viersener Hauptausschuss. „Eine Steigerung um mehr als 65 Prozent – das ist nicht hinnehmbar.“ Zumal der Eigenanteil der Kommunen an den Baukosten sich noch deutlich stärker erhöhe: „Es fließen fünf Millionen Euro Fördergelder des Landes für den Bau. Bei 8,9 Millionen Euro Baukosten wären noch 4,9 Millionen Euro beim Kreis verblieben.“ Jetzt seien fast zehn Millionen Euro von den Kommunen über die Kreisumlage zu tragen.

Für die Viersener SPD, die die Aufgabe des Stadtarchivs lange kritisch gesehen hatte, sagte Lambertz: „Bei den Zahlen, die jetzt vorliegen, muss man sagen: Die Entscheidung für den Neubau ist unter falschen Voraussetzungen getroffen worden.“ Er betonte, dass die SPD den Neubau nicht verhindern wolle. „Aber zumindest müssen wir den Kreis jetzt auffordern, die Kosten zu deckeln. Der Kreis gibt unser Geld aus, wie er will – das ist nicht hinnehmbar.“

Stephan Sillekens, CDU-Fraktionsvorsitzender, reagierte gelassen auf die Kritik: „Wir werden unterm Strich weniger bezahlen, als wenn wir das Kreisarchiv in konventioneller Bauweise errichten würden.“ Für den Architektenwettbewerb sei der Kreis gezwungen gewesen, eine Zahl „aus der Hüfte zu schießen“. Er sei felsenfest überzeugt, dass die Fachleute aus dem Kreishaus die erhöhten Kosten plausibel machen könnten. „Unsere Fraktion hat alle Fragen beantwortet bekommen.“

Die SPD erwägt, auch andere Fachleute zu befragen: „Man muss die Baurechts-Experten im Rechnungsprüfungsamt fragen, ob die erstmalige Schätzung realistisch war“, so Ratsherr Ozan Atakani.

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