Viersen: Sachverständige zur Steuerungsfähigkeit befragt

Viersen : Sachverständige zur Steuerungsfähigkeit befragt

Zwei Viersener stehen vor dem Landgericht Mönchengladbach. Sie sollen einen Bekannten misshandelt haben.

Am Montag wurde im Prozess um Beteiligung an einem Mordversuch, erpresserischen Menschenraub und gefährlicher Körperverletzung auch zum dritten Angeklagten eine Stellungnahme verlesen. Er (30) und ein zweiter Viersener (34) müssen sich seit dem 19. August vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten: Laut Anklage sollen sie einen Bekannten misshandelt und versucht haben, Geld von seiner Familie zu erpressen. Später sollen sie gedroht haben, ihn zu töten.

Der Verteidiger des 30-Jährigen sprach von regelmäßigem Konsum von Kokain, Heroin, Amphetaminen sowie Alkohol des Angeklagten. Am Tattag habe der Mann gemeinsam mit dem späteren Opfer den 34-jährigen Angeklagten besucht, auf dem Weg hätten sie Alkohol und Heroin besorgt. Zunächst habe man sich gut verstanden, getrunken. Der 34-Jährige habe „wegen Entzugserscheinungen unter Paranoia“ gelitten, sei irgendwann in einen Streit mit dem späteren Opfer über Geldschulden bei ihm geraten. Er selbst sei auch „ziemlich aggressiv geworden“, da das Opfer sehr laut gewesen sei und ihn dies aufgeregt habe. Irgendwann habe der 34-Jährige gesagt: „Sie könnten sich Stoff besorgen, wenn er seine Schulden bezahlen würde.“ Man habe dann versucht, den Mann dazu zu bringen, Verwandte um Geld zu bitten, und ihn geschnitten. Um sich Respekt zu verschaffen, hätten sie über die Tötung des Mannes gesprochen.

Irgendwann sei er müde geworden und habe sich schlafen gelegt, sei dann später von der Polizei geweckt worden. Laut einer forensischen Psychiaterin passen die Aussagen des Angeklagten nicht zu den Befunden des Urin-Tests sowie des toxikologischen Gutachtens. Darin hatte man Amphetamine, Cannabis sowie THC nachgewiesen, doch der von ihm beschriebene Heroin- sowie Kokain-Entzug sei nicht belegbar. Daher gebe es keine aufgehobene Steuerungsfähigkeit.

Die Sachverständige bescheinigte dem zweiten. Angeklagten, dem 34-jährigen Viersener, eine Abhängigkeit von multiplen Substanzen, erklärte, dass sein ganzes Leben auf den Drogenkonsum ausgerichtet sei. Die Kombination von Alkohol und Angst vor Entzugserscheinungen könne zu einer eingeschränkten Steuerungsfähigkeit führen. Ein Urteil wird für den 25. Oktober erwartet.