TV-Promi ist jetzt „Doctor humoris causa“ Neuer Doktor der Narrenakademie – Horst Lichter will Dülken ins TV holen

Viersen-Dülken · Für Dülken könnte sich der Besuch von TV-Moderator Horst Lichter (“Bares für Rares“) lohnen. Der neue „Doctor humoris Causa“ bewies nicht nur Herz und Humor, sondern kann sich viel für Dülken vorstellen.

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Horst Lichter besuchte am Freitagabend das Bürgerhaus Dülken, um dort von der Narrenakademie zum „Doctor humoris causa“ promoviert zu werden. „Das ist mein erster Doktorteil“, sagte der gebürtige Rommerskirchener. Und deshalb sei er auch der wertvollste.

Um diese Würde inklusive Urkunde und Doktor-Hut aus schwarzem Samt zu erhalten, musste Lichter drei Fragen von „Rector magnificus“ Arie Nabrings beantworten. Die für Dülken und die Dülkener wohl wichtigste Frage: „Könnte Dülken auch in Lichters Sendung ,Traumroute‘ kommen?“ - „Sie haben ja hier eine schöne Gegend“, meinte der Entertainer. Er könne ja versuchen, das seinem Sender zu verkaufen: „Ich weiß zwar noch nicht wie, aber ich schaffe das“, meinte er.

Weiterhin antwortete Lichter, gelernter Koch und früher Chef der „Oldiethek“ in Rommerskirchen-Butzheim, auf die Frage nach den Untiefen und Tiefen der niederrheinischen Küche: „Tiefen gibt es nicht.“ Und er setzte zu einem Loblieb auf Kartoffelpüree („Gern stückig, mit viel Butter“), Rouladen und „Kalten Hund“ an. Und erinnerte sich an den Gugelhupf seiner Mutter, den sie an jedem Geburtstag im Auto zu ihm gebracht habe. Doch wegen ihres rasanten Fahrstils sei der Puderzucker-bestäubte Kuchen stets im Fußraum gelandet - ohne je die Form zu verlieren. „Ich weiß nicht, von welchen Tieren die Eier dafür stammten“, sagte Lichter schmunzelnd.

Zudem beantwortete er authentisch die Frage, was rar sei und was man nicht für Bares kaufen könne, mit „Höflichkeit, Respekt und Treffen mit Freunden, mit denen man lachen kann, ohne sich später zu erinnern, worüber man eigentlich gelacht hat“. Solche raren Werte würde auch die „Narrenakademie Dülken“ leben: „Danke, dass ich heute hier sein darf“, sagte der neue „Doctor humoris causa“.

„Wir haben Horst Lichter nicht nur wegen seiner Bekanntheit, sondern wegen Authentizität und Sinn für Tradition ausgewählt“, sagte Nabrings nach der Promotion.

Zuvor hatten sich Präsidium, Senatoren und Mitglieder einstimmig für die Vergabe der Doktor-Würde an Lichter ausgesprochen. Sein Vorgänger Rene´ Pschierer beschrieb humorvoll gereimt Stationen aus dem Leben des Kochs, Entertainers und Autors: Ausbildung, zwei frühe Infarkte, Boom des Restaurants „Oldiethek“ und wachsende TV-Prominenz, von „Lafer!Lichter!Lecker!“ über die „Traumroute“ bis zum Erfolgs-Format „Bares für Rares“.

Horst Lichter schilderte bewegende Momente aus der Trödelshow, wie etwa das Treffen mit einem Ehepaar, das seit 63 Jahren verheiratet war. Gefragt nach dem Rezept für eine glückliche Ehe, habe ihm der Mann gesagt: „Ich komme noch aus einer Zeit, in der man etwas repariert und nicht neu kauft.“ Die „3“ habe er auch geschafft, mit drei Ehen, scherzte Lichter. Seine dritte Frau Nada kenne er seit 23 Jahren, für ihn ein Zeichen der Beständigkeit.

Horst Lichter wird nach Dülken zurückkehren, um seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin zu würdigen. Erstmals hatte die Narrenakademie jetzt diesen Punkt in den Ablauf aufgenommen.

Weitere Veränderungen, wie etwa die Aufnahme von Frauen, sind laut Abrie Nabrings allerdings nicht geplant.