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Viersen: Mit Chemikalien beladener Tanklastzug nachts umgepumpt

A61 bei Nettetal/Viersen : Verzögerung bei Bergung eines umgekippten Gefahrguttransporters

Rund 18 Stunden lang war die Feuerwehr durch einen Unfall auf der A 61, einen Kilometer vor der Ausfahrt Nettetal, im Einsatz. Ein mit Chemikalien beladener Tanklastzug war von der Straße abgekommen und umgekippt.

Die Bergungsarbeiten eines am Mittwochmorgen auf der A61 bei Nettetal umgestürzten Tanklastzuges haben sich verzögert - die Autobahn musste bis 0.50 Uhr am Donnerstagmorgen gesperrt bleiben. Seit 6.40 Uhr am Mittwoch waren insgesamt 90 Kräfte aller Viersener Feuerwehren eingesetzt. Im Einsatz war auch die Werkfeuerwehr Chempark aus Krefeld, die mit zwei Fahrzeugen und sechs Feuerwehrleuten in Schutzanzügen vor Ort waren. Die betroffene Spedition aus Köln-Hürth schickte einen leeren Ersatztanklastzug, so dass im Laufe des Tages der Inhalt des havarierten Tankwagens durch die Werkfeuerwehr in den Ersatzwagen umgepumpt werden konnte. Da dabei Unterdruck entsteht, musste der Tankwagen immer wieder belüftet werden. So konnten bis gegen 21.30 Uhr rund 23.000 Liter hoch brennbares Methylmethacrylat umgefüllt werden.

Feuerwehrchef Frank Kersbaum ist froh, dass während des Umpumpens über vier Stunden von der Ladung nichts ausgetreten sei. Es habe sich keine giftige Wolke gebildet. Die Luftwerte seien permanent gemessen worden. Weil sich die Chemikalie entzündet kann, sicherten Einsatzkräfte des Löschzuges Süchteln die Umfüllarbeiten unter Atemschutz. Pulver, Schaum und Wasser wurden bereit gehalten. Der Löschzug betrieb auch einen Dekontaminationsplatz. Auch ein Rettungswagen wurde vorgehalten, kam aber nicht zum Einsatz.

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Am Mittwoch wurde der Verkehr bis 12 Uhr auf einer Spur an der Unfallstelle (etwa einen Kilometer vor der Ausfahrt Nettetal) vorbeigeführt. Für das Umpumpen und Bergen des Sattelschleppers mittels Autokran wurde die Autobahn in Richtung Venlo von Polizei und Straßenmeisterei dann voll gesperrt. Wie berichtet, blieb der polnische Fahrer unverletzt. Der voll beladene Tanklastzug mit polnischen Kennzeichen fuhr im Auftrag einer Hürther Spedition. Ziel des Transportes waren die Niederlande.

Nach dem Einsatz macht Frank Kersbaum „drei Kreuze“. Es sei alles top gelaufen, lobt der Feuerwehrchef nach der Einsatznachbesprechung am Donnerstagmorgen seine Leute und dankt für die gute Zusammenarbeit mit dem Chempark und der Spedition. Die Viersener Feuerwehr verfüge auch über einen GSG-Container (Gerätesicherheitgesetz), die Geräte seien aber nicht für Dimensionen wie 20 Tonnen ausgelegt. Damit könne man ein paar 100 Liter abpumpen. Die Werksfeuerwehr Chempark sei für solche Havarien oder Leckagen bestens ausgerüstet.

(hb)