1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Viersen: Kreis stellt Entnahme von Wasser aus Seen und Flüssen unter Strafe

Dürre im Kreis Viersen : Kreis stellt Entnahme von Wasser unter Strafe

Die Dürre im Kreis Viersen schädigt Flüsse und Seen. Der Kreis verbietet deshalb jetzt die Wasserentnahme. Wer dagegen verstößt, dem drohen hohe Bußgelder.

Ab sofort ist es im Kreis Viersen untersagt, Wasser aus Oberflächengewässern zu entnehmen. Als Oberflächengewässer werden Flüsse oder Seen mit Ausnahme des Grundwassers bezeichnet. Der Kreis Viersen hat dazu eine Allgemeinverfügung veröffentlicht, die an diesem Donnerstag, 18. August, in Kraft tritt und die zunächst bis zum 31. Oktober befristet ist. Das Verbot betrifft alle oberirdischen Gewässer im Kreisgebiet.

Verboten ist damit nicht nur das Entnehmen von größeren Wassermengen aus Oberflächengewässern, beispielsweise zur Feldberegnung, sondern auch die Entnahme kleinerer Mengen für die Bewässerung von Privatgärten. Ausgenommen davon sind das Tränken von Vieh und das Schöpfen mit Handgefäßen.

„Mit dieser Maßnahme sollen die schon jetzt sehr beeinträchtigten Gewässer geschützt werden“, erklärte ein Kreissprecher. Die Einhaltung des Entnahmeverbots werde vom Kreis Viersen überwacht. Verstöße gegen das Verbot werden geahndet und können im Einzelfall mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

  • Die Grundwasserstände an jeder zweiten Messstelle
    Boden in NRW zu trocken : Grundwasserstände an jeder zweiten Messstelle niedrig
  • Bei Wesel fiel der Rhein-Pegel am
    Allgemeinverfügung des Kreises Wesel : Wasserentnahme aus Seen und Flüssen wird verboten
  • Dürre in Monheim : Was vom Rhein übrig bleibt

In den Gewässern des Kreisgebiets haben sich teilweise sehr niedrige Wasserstände eingestellt, die aus den seit Wochen fehlenden Niederschlägen und den trockenen Vorjahren resultieren. Eine Änderung dieser Situation ist derzeit nicht absehbar. Aufgrund der Niedrigwasserstände besteht die Gefahr, dass die Gemeinschaft von Organismen verschiedener Arten, die sogenannte Gewässerbiozönose, nachhaltig gestört wird. „Die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern durch Pumpvorrichtungen verstärkt diese Gefahr erheblich“, betonte der Kreissprecher. Das gelte auch, wenn an Seen oder Flüssen noch eine ausreichende Wasserführung vorhanden zu sein scheint.

(mrö)