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Viersen hat jetzt wieder eine Stadtschülervertretung

Bildung in Viersen : Die Interessensvertreter der Schüler

Viele Jahre gab es sie nicht. Jetzt hat sich die Viersener Stadtschülervertretung neu gegründet. Die Mitglieder sind Gymnasiasten, Real- und Gesamtschüler. Was wollen sie erreichen?

Digitalisierung und ein höheres Wohlbefinden an den Viersener Schulen: Das wollen die Mitglieder der im November 2021 neugegründeten Stadtschülervertretung Viersen erreichen. Gegründet wurde das neue Gremium vom Erasmus-von-Rotterdam-Schülersprecher Paul Menzel (16), der auch den Vorsitz übernimmt. Wie es dazu kam? Im ersten Amtsjahr fehlte dem Schülersprecher bereits der Kontakt zu den anderen Schülervertretungen: „Wer das eigentlich an den anderen Schulen macht, habe ich nie erfahren“, erinnert er sich. „Und dieser Kontakt fehlte, wenn es darum ging, schulübergreifende Projekte zu organisieren und Anliegen, die alle Schülerinnen und Schüler der Stadt Viersen betreffen, zu besprechen."

Nach seiner Wiederwahl ergriff der 16-Jährige die Initiative und suchte über den Post- und Mailweg den Kontakt zu anderen Schülersprechern. Und damit war der Oberstufenschüler durchaus erfolgreich: Mit jeweils zwei stimmberechtigten Vertretern sind neben dem Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium auch das Clara-Schumann-Gymnasium, das Albertus-Magnus-Gymnasium sowie die Johannes-Kepler-Realschule und die Anne-Frank-Gesamtschule Teil des neuen Gremiums.

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„Wir sind froh, dass verschiedene Schulformen in dem Gremium vertreten sind“, sagt der Vorsitzende. Besonders gespannt ist der 16-Jährige auf den gemeinsamen Austausch, der bei den nächsten monatlichen Treffen zunächst im Vordergrund steht: „Nur so können wir Unterschiede und Parallelen erkennen, den Ist-Zustand feststellen und dadurch Initiative ergreifen.“

Doch die Jugendlichen haben sich auch klare Ziele gesetzt: Die Digitalisierung, modernere Schulen und eine Beratungsfunktion im Schulausschuss. Das Hauptziel ist dabei die beratende Funktion im Schulausschuss der Stadt Viersen: „Nachdem im Oktober im Schulausschuss darüber diskutiert wurde, dass es das Gremium der Stadtschülervertretung noch gar nicht gibt, sind wir nun mehr als bereit, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen“, meint Menzel. „Und wenn die Elternpflegschaft in einem Ausschuss, in dem es schließlich um uns Schülerinnen und Schüler geht, beratend dabei sein kann, dann sind wir sicherlich auch an der richtigen Stelle“, ergänzt er.

Nachdem der erste Austausch unter den Viersener Schülersprechern und Vertretern stattgefunden hat, sollen zeitnah die ersten Fortschritte sichtbar werden: „Vor allem jetzt zu solch schwierigen Zeiten, in denen die Bildung von uns Schülerinnen und Schülern schwieriger und mit vielen anderen Wegen läuft, möchten wir die Stimme der Schülerschaft in Viersen verstärkt vertreten und unsere Meinung zu Wort kommen lassen“, sagt der 16-Jährige. Dabei steht auch die Digitalisierung an den Viersener Schulen an der Tagesordnung: „Digitalisierung ist ein großes Wort. Doch wir spüren in der Schülerschaft den Bedarf und wollen diesen mehr hervorheben. In Viersen sind die Schulen rückständig in puncto Digitalisierung“, befinden die Mitglieder der Stadtschülervertretung. „Letztendlich sind wir als Schülerschaft die Leidtragenden und möchten auch die Dringlichkeit betonen.“

Für die Initiative der Schüler gab es bislang durchweg positive Resonanz: „Es eröffnet einen neuen Weg der Kommunikation und zeigt auch Engagement. Im schulischen Umfeld treffen wir auf Unterstützung.“ Wieso die Mitglieder der Stadtschülervertretung die zusätzliche Aufgabe gerne übernehmen? „Da steckt eine Motivation hinter. Das Grundinteresse, für die Schülerinnen und Schüler da zu sein. Wir machen diese Überstunden mit vollem Herz und sehr gerne“, sagt Menzel. Dabei sei der Zusammenhalt untereinander immens wichtig: „Wir sind keine Einzelkämpfer, sondern Teamplayer.“

Für die Zukunft wünscht sich der 16-jährige eine ideenreiche und produktive Zeit und natürlich, dass die Stadtschülervertretung ein fester Bestandteil in Viersen wird und auch nach seiner Amtszeit und dem Schulabgang bestehen bleibt.