Jubiläum in Viersen 100 Jahre katholische Frauengemeinschaft St. Helena

Viersen · Sie veranstalten Ausflüge, feiern Karneval und setzen sich für Frauen ein: Die katholische Frauengemeinschaft St. Helena Viersen-Helenabrunn wird 100 Jahre alt. Was hinter der Gemeinschaft steckt.

 „Wir Frauen wollen mitgestalten und nicht nur mit Kaffee kochen abgespeist werden.“ Das Kernteam der katholischen Frauengemeinschaft Helenabrunn. Vor 100 Jahren wurde die Gemeinschaft gegründet.

„Wir Frauen wollen mitgestalten und nicht nur mit Kaffee kochen abgespeist werden.“ Das Kernteam der katholischen Frauengemeinschaft Helenabrunn. Vor 100 Jahren wurde die Gemeinschaft gegründet.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Vor einem Jahrhundert haben sich Frauen zusammengetan, um für ihre Rechte in Gesellschaft und Kirche einzutreten. Diese Bewegung ist auch heute noch in der Katholischen Frauengemeinschaft St. Helena (kfd) lebendig. „Der Ansporn der Frauen damals war es, für mehr Rechte in der Gesellschaft und Kirche zu kämpfen“, berichtet Elisabeth Steffes-mies vom Leitungsteam der Kfd. Annemarie Theveßen ergänzt: „Wir Frauen wollen mitgestalten und nicht nur mit Kaffee kochen abgespeist werden.“ Bereits vor 100 Jahren wollte die Frauengemeinschaft aktiv werden und einen sicheren Ort des Austauschs für Frauen schaffen.

Diese Grundsätze werden auch heute von den 160 Mitgliedern der Gemeinschaft mit Leidenschaft weitergetragen. „Wir haben eine eigene Theatergruppe, die drei Karnevalsveranstaltungen organisiert. Das ist immer ein Riesenevent“, sagt Steffes-mies. Ruth Beckmann und Steffi Plum, stellvertretend für die Theatergruppe der kfg, betonen ebenfalls, dass ihre Karnevalsveranstaltungen immer ein Highlight seien. In dem kleinen Saal des Jugendheims werde kräftig gefeiert: „Ein Karnevalsprinz hat ihn mal als ,Eierkarton‘ bezeichnet“, berichten die beiden mit einem Schmunzeln. Aber immerhin ein Eierkarton, in dem gut gefeiert werden kann.

 Die Karnevalssitzungen der kfd Helenabrunn gehören fest zum närrischen Kalender. Unser Foto entstand vor 25 Jahren, als ein gewisser Willy Bouren Karnevalsprinz war.

Die Karnevalssitzungen der kfd Helenabrunn gehören fest zum närrischen Kalender. Unser Foto entstand vor 25 Jahren, als ein gewisser Willy Bouren Karnevalsprinz war.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

#Doch die Veranstaltungspalette hat noch mehr zu bieten: „Wir planen religiöse und gesellige Veranstaltungen“, sagt Steffes-mies. Beispielsweise das Fastenpilgern, Seniorencafé, Wanderungen, Radtouren und verschiedene Frühstücke. „Beim Frühstück wird alles selbst gemacht“, berichten die Frauen. Von Dips über Kuchen bis hin zum Brot – „und das schmeckt wirklich köstlich“, so Beckmann. Alle Veranstaltungen der Frauengemeinschaft werden in Eigenregie geplant. Das ehrenamtliche Engagement halte jung und bereite viel Freude. Was die Gemeinschaft ausmacht? „Ist der Zusammenhalt“, betont Elisabeth Steffes-mies. Bei der kfd werden alle Talente genutzt und es wird versucht, die Fähigkeiten der Einzelnen einzubringen: „Die eine kann gut einen Karnevalsjeck spielen und eine andere hat andere Qualitäten“, sagt die Leiterin. Und das sei auch gut und sorge dafür, dass das Programm vielfältig bleibe. Bei allen Veranstaltungen kalkulieren die Mitarbeiterinnen so, dass sie kostendeckend verbleiben. Überschüsse und Spenden fließen in wohltätige Zwecke.

Berühmt-berüchtigt: die Frühstücke der Frauengemeinschaft. Alles wird selbst gemacht, auch das Brot.

Berühmt-berüchtigt: die Frühstücke der Frauengemeinschaft. Alles wird selbst gemacht, auch das Brot.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Die katholische Frauengemeinschaft bietet nicht nur Veranstaltungen, sondern auch einen sicheren Raum für den Austausch von Erfahrungen und Ratschlägen: „Jeder hat ganz verschiedene Erfahrungen gemacht, vielleicht sogar dasselbe erlebt und weiß, wie man helfen kann“, sagt Plum. Dabei sei das Augenmerk stets auf die Frau gerichtet. „Wenn beispielsweise eine einsame Frau mit zum Kaffee kommt und sich mal wieder austauschen kann – dann haben wir schon viel getan“, sagt Theveßen. Jede Helferin der Kfd hat einen eigenen Bezirk und kümmert sich um die Mitglieder: „Dadurch hat man einen engen Kontakt und kennt sich gut.“

 Liegt jetzt 25 Jahre zurück: die Feier zum 75-jährigen Bestehen der katholischen Frauengemeinschaft Helenabrunn.

Liegt jetzt 25 Jahre zurück: die Feier zum 75-jährigen Bestehen der katholischen Frauengemeinschaft Helenabrunn.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Die Frauengemeinschaft stehe auch für Freude und Spaß. Eine lustige Anekdote aus den letzten Jahrzehnten hat Maria Schroers auf Lager: „Wir haben einmal eine Radtour gemacht und sind in einen starken Regen gekommen. Dann haben wir einen Kuhstall entdeckt und uns alle in diesem untergestellt.“ Und die anderen Frauen berichten, dass die Frauengemeinschaft stark von Wilma Bohnen, Käthe Breuer, Magda Kamps, Kathrinchen Zellkes, Gertrud Aretz und Ulla Becher geprägt wurde: „Wenn die dabei waren, dann haben wir uns wirklich kaputtgelacht“, sagt Agnes Küllertz.

Dank Wilma Bohnen entstand 1974 auch die Theatergruppe der Frauengemeinschaft. Sie wollte bei einem Mütterkaffee ein paar karnevalistische Einlagen aufführen und bat den damaligen Pfarrer Heinrich Lenze um Erlaubnis. So führte Bohnen mit ihrer Tochter Christa Zimmermann zwei Auftritte vor. Damals saßen 50 Frauen im Publikum, und die Theatergruppe, die eigene Karnevalssitzungen veranstaltet, war geboren. Für die Zukunft wünschen sich die Helenabrunnerinnen: „Dass sich auch der Nachwuchs für unsere Frauengemeinschaft interessiert und diese noch lange weitergetragen wird.“

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