Viersen: Frank Lohbusch ist gestorben

Viersen : Trauer um Franz Lohbusch

Der Viersener Kommunalpolitiker starb im Alter von 66 Jahren an Krebs.

FRANZ LOHBUSCH, langjähriger Ratsherr in Viersen, ist im Alter von 66 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. In den sozialen Medien hatte er am 1. Mai zuletzt gepostet, dass er ein wirksames Medikament gegen seine Übelkeit gefunden hatte und dankte den Ärzten.

Lohbusch wuchs in einem katholischen Elternhaus in Alt-Viersen auf. Doch angepasst war er nie. „Ich bin eben ein 68er“, sagte Lohbusch einmal, der bei dem Bloggingdienst Twitter „Hipie4711“ als Namen gewählt hatte. Von der Bundeswehr flüchtete er und musste dafür eine Jugendstrafe absitzen. In der 1980er-Jahren besetzte er Häuser in Viersen. Er schloss sich der Anti-Atomkraftbewegung an.

1984 gründete er den Kreisverband der Grünen mit. „Wir müssen versuchen, mitzubestimmen – nicht nur von außerhalb des Systems“, sagte er als Erklärung. Er war der erste „grüne Ratsherr“ in Viersen.

2010 wurde er für Partei Die Linke aktiv. Er war Stadtsprecher und Ratsherr. Im April dieses Jahres trat er aus der Fraktion aus. Sein Ratsmandat behielt er.

Griechenland war Lohbuschs Wahlheimat. In den 1980er-Jahren lebte er mit seiner Familie für längere Zeit auf der griechischen Insel Naxos, kehrte aber zurück, als die Kinder schulpflichtig wurden. Im Jahr 2015, nach der Finanzkrise in Griechenland, gründete Lohbusch den Verein „Run for the evolution“. Lohbusch lief den Marathon in Athen und sammelte dadurch Spenden für eine Sozialstation in Athen. Im vergangenen Jahr konnte Lohbusch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an dem Marathon teilnehmen. Sein Sohn Joschka lief für ihn. Sie flogen gemeinsam nach Athen und erzielten den höchsten Spendenerlös seit Vereinsgründung. saja/ Archivfoto: Busch

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