Viersen: Edgar Althoff und Jörg Müller fuhren auf dem Nürburgring

Motorsport in Viersen : Erfolgreich auf dem Nürburgring unterwegs

Edgar Althoff und sein Rennfahrer-Freund Jörg Müller gingen beim Rennen „24 h Classic“ an den Start.

Der Dülkener Zahnarzt Edgar Althoff hat ein spannendes Hobby: In seiner Freizeit fährt er Autorennen. Im Studium fuhr er bereits Renault 5-Pokal. Nach dem Abschluss hat er sich auf die Langstrecke spezialisiert. Die Langstrecken-Meisterschaft und das 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife, die mit über 20 Kilometern Streckenlänge und kaum vorhandenen Auslaufzonen extreme Ansprüche an die Streckenkenntnis und das Fahrkönnen stellt. Vor einigen Jahren hat er sich dem Oldtimer-Motorsport verschrieben und startet seitdem mit einem Porsche 911 Carrera 3,0 RSR in der Youngtimer Trophy.

Für den diesjährigen Lauf „24 h Classic“ konnte Althoff seinen Freund und Profi-Rennfahrer Jörg Müller aus Hückelhoven als zweiten Fahrer gewinnen, der 1996 bereits die Formel 3000 Europameisterschaft gewann und danach Formel 1-Testfahrer war. Die ersten beiden Youngtimer Trophy-Läufe erbrachten für Althoff als bestes Ergebnis einen 4. Platz. Auch das Training zum 24 h Classic-Lauf verlief zunächst enttäuschend, denn am Porsche klemmte ein Ventil der Bremse. Unter diesen misslichen Umständen war es eine Sensation, dass Jörg Müller die viertbeste Trainingszeit fuhr.

In der Einführungsrunde testete Althoff die reparierte Bremse und hatte ein gutes Gefühl. Beim Start unterlief ihm ein Fehler: Sein Vordermann kam nicht vom Start weg und so überholte er ihn, sah dabei aber, dass die Startampel noch rot war. Diese Irritation kam zustande, weil die rechte Seite angezogen hatte und es deshalb den Anschein hatte, dass der „fliegende“ Start schon freigegeben war. Deshalb setzte er den rechten Blinker, um der Rennleitung zu signalisieren, dass ihm ein Fehler unterlaufen ist und ließ den überholten Konkurrenten wieder vorbeiziehen. In der ersten Kurve lag er dadurch auf Platz 6 und arbeitete sich im Rennverlauf vor. Beim Fahrerwechsel lag er bereits in Führung. Diese ging durch den Stopp verloren und so sah sich Müller auf dem 2. Platz hinter dem Porsche von Michael Küke.

Rasant geht es beim Renngeschehen auf der Nordschleife zu. Da gilt es, das Auto unter Kontrolle zu haben. Foto: Motorsportfotos.de/Andre Strucken

Nun wurde das Rennen spannend, denn die beiden wechselten sich in der Führung mehrmals ab. Auf der steilen Auffahrt Richtung Bergwerk, wo Niki Lauda 1976 seinen verhängnisvollen Feuerunfall hatte, standen unfallbedingt ein Fahrzeug mitten auf der Fahrbahn und eins am rechten Streckenrand. Der führende Michael Küke bremste stark und der folgende Jörg Müller fuhr seinem Vordermann ins Heck. Trotz der durch den Aufprall verursachten Schäden konnten beide Porsche weiterfahren, und Jörg Müller schaffte es, den Markenkollegen zu überholen. Auf der langen Geraden „Döttinger Höhe“, auf der trotz leichter Steigung höchste Geschwindigkeiten erreicht werden, senkte sich der beschädigte Vorderbau durch extrem hohen Anpressdruck ab und schliff auf dem Boden. So musste ein außerplanmäßiger Boxenstopp eingelegt werden.

Nach Wiederaufnahme des Rennens auf zweiter Position liegend senkte sich die Front abermals und musste bei einem weiteren Boxenstopp fixiert und ein Vorderrad gewechselt werden, weil der Reifen Schleifspuren aufwies. Das Rennen konnte knapp vor den drittplatzierten Markenkollegen Marc und Dennis Busch aufgenommen und die Position bis zum Zieleinlauf gehalten werden. Ohne den Unfall wäre ein Sieg drin gewesen, aber so wurde aus den Gegebenheiten das Beste gemacht. Die beste Rundenzeit des Rennen errang der Althoff-Porsche.

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