Viersen/Düsseldorf: Jazzmusiker Ali Haurand ist gestorben

Künstler aus Viersen: Jazzmusiker Ali Haurand ist gestorben

Der weltweit bekannte Jazzmusiker Ali Haurand ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Der Viersener gehörte zu den besten Jazzbassisten der Welt. Sein Name ist eng verknüpft mit der Düsseldorfer Jazz Rally und dem Internationalen Jazzfestival Viersen.

Die internationale Jazzszene hat einen der ganz Großen verloren: Ali Haurand, Jahrgang 1943, ist am Montag, 28. Mai, nach langer Krankheit gestorben. Zwölf Jahre organisierte er als künstlerischer Leiter die Düsseldorfer Jazz Rally. 1969 fand auf seine Initiative das erste Jazzfestival in seiner Heimatstadt Viersen statt – fast drei Jahrzehnte begleitete er in den folgenden Jahren das Internationale Jazzfestival Viersen und prägte die Veranstaltung maßgeblich. Die Besetzungslisten seiner Bands lesen sich wie ein „Who is who“ der internationalen Jazzszene. Dazu zählten Solisten wie Gerd Dudek, Alan Skidmore, Jiri Stivin, Rob van den Broek, Manfred Schoof oder Allan Botschinsky.

Dass er einmal ein gefragter Musiker und Jazzfestival-Leiter sein würde, wurde Ali Haurand nicht in die Wiege gelegt. Zwar war er in jungen Jahren Stammgast im Jazzclub „Zwiebel“ in Viersen-Dülken, doch er sollte „etwas Ordentliches“ lernen, so der Wunsch der Eltern. So ging Haurand zunächst ins Hotelfach. 1965 nahm er das Musikstudium in Essen auf und gab erste Konzerte im Trio oder Quartett.

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Im Laufe seines Lebens trat er in mehr als 60 Ländern auf, nahm über 60 Platten und CDs auf. Er spielte mit Jazzlegenden wie Ben Webster und Paul Kuhn. Seinen Kontakten zu Musikern in aller Welt verdanken die Städte Düsseldorf und Viersen die hochklassige Besetzung der Jazz Rally und des Jazzfestivals.

Für seine Verdienste erhielt Ali Haurand 2005 den französischen Kunstpreis „Chevalier de L’Ordre des Arts et des Lettres“. Seine Heimatstadt Viersen ehrte ihn 2011 mit der Stadtplakette in Silber.

(biro)
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