Viersen-Dülken: Bauverein plant weitere Wohnungen auf dem Brock-Areal

Dülken : Weitere Wohnungen auf dem Brock-Areal geplant

Dülkens Gemeinnütziger Bauverein will an der Ecke Rennstraße/Ostgraben 20 Wohnungen bauen. Für die Genossen gibt es vier Prozent Dividende.

Rund ein Zehntel der
600 Wohnungen der Gemeinnütziger Bauverein Dülken eG steht demnächst auf dem einstigen Brock-Firmenareal an Rennstraße/Ostgraben. Denn im nächsten Jahr will die Genossenschaft weitere
18 bis 20 Wohnungen auf dem Gelände errichten, vorzugsweise für Singles und Zwei-Personen-Haushalte. „Wir gehen mit der Zeit und passen uns den veränderten Familiengrößen an“, erläutert Vorstandsvorsitzender Hans-Willi Ivangs.

Schon zwischen 2011 und 2015 hatte der Bauverein dort 44 Wohnungen dieser Art errichtet. Da sie teilweise mit öffentlichen Mitteln finanziert wurden, mussten Mieter einen Wohnberichtigungsschein nachweisen. Anders ist das mit weiteren sechs Wohnungen, die zwischen 54 und 78 Quadratmeter groß sind. Sie sind in einigen Monaten fertig, frei finanziert – und schon alle vermietet. Der Bau des dreigeschossigen Hauses (Ostgraben 66) mit Aufzug kostet rund 1,1 Millionen Euro. Er hatte sich immer wieder verzögert, da die Archäologen das Gelände mit verschiedenen Grabungen untersuchten und auch der Kampfmittelräumdienst sein Auge darauf warf. Ganz in der Nähe, am Ostgraben 47, will der Bauverein noch sechs Garagen errichten.

Neben dem Bau des Hauses war der Bauverein im letzten Jahr mit der Renovierung zahlreicher Wohnungen „im Bestand“ beschäftigt. Dafür wurden über eine Million Euro ausgegeben. Damit hat die Genossenschaft in den letzten zehn Jahren rund 10,5 Millionen Euro in Instandhaltung und Modernisierung der derzeit 581 Wohnungen gesteckt. „Wir halten unsere Wohnungen in Schuss“, bekräftigt Ivangs, der aus der geringen Fluktuation (weniger als sieben Prozent nach 12,4 Prozent 2016) den Schluss zieht: „Offenbar wohnen die Dülkener gerne beim Bauverein.“ Dazu trage sicherlich auch bei, dass die durchschnittliche Miete 4,98 Euro pro Quadratmeter betrage. Deshalb gab es auch so gut wie keinen Leerstand. Nachdem die Quote schon 2016 unter die Ein-Prozent-Marke gefallen war, errichte sie nun mit gerade einmal
0,5 Prozent einen erfreulichen Tiefstpunkt – und das, „obwohl wir jede Wohnung gründlich renovieren“, wie Vorstandsmitglied Heinz Plöckes unterstrich.

Bei einer um 400.000 Euro auf rund 16 Millionen Euro gewachsenen Bilanzsumme erwirtschaftete die Genossenschaft 2017 einen Jahresüberschuss von 340.000 Euro (plus 40.000 Euro). „Wir waren sehr erfolgreich und sind wirtschaftlich kerngesund“, freute sich Vorstandsmitglied Michael Aach. So kletterte die Eigenkapitalquote auf mehr als 35 Prozent. Und die 680 Genossen dürfen sich wieder auf eine Dividende von vier Prozent freuen. Jeder Mieter ist Mitglied der Genossenschaft mit bis zu sechs Anteilen von je 160 Euro: Sie werden mit der Dividende verzinst und gelten als Mietkaution.