Mobilität in Viersen Radweg nach Boisheim: Sanierung gestartet

Viersen · Es ist nicht einfach ein Radweg, den die Stadt Viersen seit diesem Montag für mehr als eine halbe Million Euro saniert wird. Sie kümmert sich um den schlimmsten Radweg im Stadtgebiet.

Am Montag begannen die Bauarbeiten am Radweg zwischen Dülken und Boisheim. Die Stadt investiert rund 600.000 Euro.

Am Montag begannen die Bauarbeiten am Radweg zwischen Dülken und Boisheim. Die Stadt investiert rund 600.000 Euro.

Foto: Martin Röse

Auf der Boisheimer Straße steht die mobile Baustellenampel auf rot für die Autofahrer. Für Radfahrer aber wird’s dort jetzt grün, auch wenn das keine Ampel anzeigt: Die Städtischen Betriebe haben an diesem Montag mit der Sanierung des Radwegs entlang der Boisheimer Straße begonnen.

Die Verbindung zwischen Dülken und Boisheim gilt als der schlechteste Radweg in Gesamt-Viersen, was vor allem deshalb bemerkenswert ist, weil die Stadt laut ADFC über eine Vielzahl schlechter Radwege verfügt. Für die Oberfläche der Radwege in Viersen gab’s beim jüngsten Fahrradklimatest des ADFC die Schulnote 5,3. Aber diese schmale Verbindung entlang der Boisheimer Straße, bei der zahlreiche Wurzeln den Radler aus dem Sattel zu heben versuchen, während der Untergrund von Split zu Asphalt zu Schlagloch wechselt und den Fahrer durchschüttelt — er ist der Blinde unter den Einäugigen.

Im Frühjahr kündigte Viersens Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche an, dass die Stadt den rund 50 Jahre alten Radweg in diesem Jahr sanieren werde. An diesem Montag begannen die Sanierungsarbeiten. Dazu wurde die Fahrbahn der Boisheimer Straße im Bereich der Baustelle zwischen Hausnummer 15 und der Einmündung zur Straße An der Henkenmühle von 8.30 Uhr bis 16 Uhr verengt. Eine mobile Ampel regelt den Verkehr. Radfahrer müssen während der Sanierungsphase eine Umleitung fahren, die ist ausgeschildert. „Die Arbeiten sollen rund zwei Wochen dauern“, kündigte ein Stadtsprecher an. Dann kommt das nächste Teilstück.

Technisch gilt die Sanierung als anspruchsvoll, weil zahlreiche Bäume den Weg säumen. Ihre Wurzeln brechen den Asphalt an Dutzenden Stellen auf. Deshalb wird auf zwei verschiedene Bauweisen saniert. „Ein großer Teil des Radweges wird neu asphaltiert“, erklärte Fritzsche im Frühjahr. Und in den Bereichen mit sehr hohen Wurzeln werde der Radweg mit einer wassergebundenen Deckschicht versehen. Solche Split-Stücke gibt es schon heute, sie wechseln sich häufig mit asphaltierten Bereichen ab. „Damit soll mit der Sanierung Schluss sein“, sagte Fritzsche. „Es werden lediglich drei oder vier Abschnitte mit Split versehen werden, die dafür länger sind. Damit sich für die Radfahrer der Untergrund nicht ständig ändert.“

In den Wurzelbereichen soll der Radweg rund zehn Zentimeter höher werden als bislang. „Wir fräsen, verdichten den Untergrund, bringen eine zusätzliche Tragschicht auf“, erklärte Fritzsche. „So wird der Abstand zu den Wurzeln größer.“ Rund 20 sogenannte Wurzelbrücken sollen auf dem Radweg verbaut werden. Diese Beton-Fertigteile sollen dafür sorgen, dass die Radfahrer bequem fahren können und die Wurzeln nicht geschädigt werden.

„Das ist wirklich eine große Maßnahme“, sagt Fritzsche. „Bislang wurde immer nur ausgebessert. Jetzt sanieren wir komplett auf einer Länge von 4.200 Metern, insgesamt 12.600 Quadratmeter.“ Mit rund 600.000 Euro Kosten rechnet die Stadt; eine Aussicht auf Fördergelder gibt es nicht. „Dafür erfüllt der Radweg die Voraussetzungen nicht, er ist schlicht nicht breit genug“, erklärte die Technische Beigeordnete.