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Vier Künstler in Viersen: Einer wird Kunstgenerator-Stipendiat

Kunst in Viersen : Einer wird Kunstgenerator-Stipendiat

Textile Kunstwerke, Objekte aus Marmorfliesen und Epoxidharz, Bleistiftzeichnungen oder Malerei wie am Computer animiert: So unterschiedlich arbeiten die vier Bewerber für das Stipendium zum Kunstgenerator 2021. Wo man ihre Werke und die Künstler selbst in Viersen treffen kann.

Sie kommen aus Halle, Braunschweig, Berlin und Münster: die vier Finalisten für das gemeinsam von der NEW Viersen GmbH und der Stadt Viersen ausgelobte 14. Stipendium des Kunstgenerators 2021.

Aus 37 Bewerbern wählte eine Jury diese vier aus: Rebecca Hilser, Tarik Kentouche, Isabell Schulte und Malte van de Water. Zur Jury gehören Petra Barabasch, Leiterin der Kulturabteilung der Stadt Viersen, Gereon Krebber, Professor für Bildhauerei der Kunstakademie Düsseldorf, Maik Löbbert, Rektor der Kunstakademie Münster, Karin Mohr, Kunsthistorikerin aus Viersen, Jutta Pitzen, Leiterin der Galerie im Park, und Bärbel Wickerath (NEW).

Rebecca Hilser schafft textile Kunstwerke. Foto: Hilser

Die in Zwenkau geborene Rebecca Hilser ist 26 Jahre alt. Sie studierte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein im Fachbereich Textile Kunst/Malerei. In Viersen bewarb sich Hilser mit Beispielen ihrer textilen Kunst. In ihren großformatigen, zum Teil mitten im Raum an einem Gestell aufgehängten Bildlandschaften kann der Betrachter mit den Augen Spaziergänge unternehmen. Schicht für Schicht bauen sich die Werke auf. Nessel, Papier, Krepp, Wachs, Stickerei, Siebdruck – die Materialien und Techniken werden experimentell und innovativ miteinander verwoben. Die Themen innerhalb eines Bildes sind vielfältig, werden unterbrochen, wieder aufgenommen, scheinen sich in den Raum auszudehnen und – wörtlich gemeint – auszufransen. Denn nicht immer hält sich eine textile Bildgeschichte an den klassischen rechteckigen Rahmen. Seit vier Jahren beteiligt sich Hilser an Ausstellungen. Sie lebt in Groitzsch.

Tarik Kentouche ist Bildhauer. Foto: Kentouche

Der 27-jährige Tarik Kentouche wurde in Heidelberg geboren. Er studierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und an der Akademie für Bildende Künste in Wien bei Julian Göthe. Tarik Kentouche ist Bildhauer. Er arbeitet mit Marmorfliesen, Epoxidharz, in den auch gelegentlich verschiedene andere Materialien eingelassen sein können. Seine organisch wirkenden Arbeiten präsentiert und fotografiert Kentouche in Alltags- und musealen Räumen. Ein Objekt mit Namen „Travelskin“ wurde in den Regionalexpress RE40 Richtung Magdeburg gepackt und entfaltete dort die Schönheit des Exotischen, Nicht-dorthin-Gehörenden. Kentouche lebt in Jena.

Isabell Schulte zeichnet mit Bleistift. Foto: Schulte

Isabell Schulte, 32 Jahre alt, wurde in Eckernförde geboren. Von 2010 bis 2012 absolvierte sie ihr Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Vorher bereits hatte sie an der Universität der Künste in Berlin Bildende Kunst studiert. „Part I-V“ lauten die Titel ihrer Bleistiftzeichnungen auf Papier, die eine Größe von 218 Zentimeter mal 323 Zentimeter haben. Auf den ersten Blick wirken sie wie topografische Wiedergaben eines natürlichen Geländes. Akribisch setzt Schulte kurzen Strich an kurzen Strich, zieht lange Linien, fügt zylindrische Formen, dunkle Flächen, Wirbel hinzu – diese Arbeiten voller gezeichneter Rätsel entziehen sich dem schnellen Blick. Schulte hat bereits Förderpreise und Stipendien gewonnen und sich an nationalen und internationalen Ausstellungen beteiligt. Isabell Schulte lebt in Berlin.

Malte van de Water malt auf Leinwand. Foto: van de Water

Malte van de Water ist 30 Jahre alt. Er studierte Germanistik und Kunst in Münster sowie in Wien. Seine Malerei auf Leinwand wirkt auf den ersten Blick wie computeranimierte Arbeiten und erinnert hier und da an das Werk eines spontanen Sprayers. Dabei ist sie akribisch entwickelt über Schablonen und Raster. Zeichnerisches, Malerisches, Farbiges, Schwarz-Weißes, Punktuelles und Flächiges verbinden sich auf den großen Formaten zu überraschenden Bildwerken. Van de Water wohnt in der NRW-Hauptstadt Düsseldorf.

Vier Künstler, vier Positionen zeitgenössischen Kunstschaffens. Man darf gespannt sein, welcher der vier ausgewählten Bewerber das kommende Jahr ab März in der Alten Lateinschule verbringen wird.

Ausstellung Die Künstler stellen vom 13. bis zum 27. September Beispiele ihrer Kunstwerke in der Städtischen Galerie vor. Die Ausstellung kann dienstags bis samstags von 15 Uhr bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr besucht werden.