1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Viele erste Preise bei "Jugend musiziert" im Kreis Viersen

Bildung im Kreis Viersen : Viele erste Preise bei „Jugend musiziert“

Quarantäne, Corona, Online-Unterricht: In diesem Jahr hatten es die Musikschüler nicht leicht. Trotzdem räumten sie beim diesjährigen Regionalwettbewerb richtig ab.

Sonntagmorgen, kurz vor 9 Uhr: Drei Männer stehen um das Cembalo auf der Bühne im Carl-Orff-Saal der Musikschule Mönchengladbach und fachsimpeln. Musikschulleiter Christian Malescov hat gerade eine Leiste ausgebaut, Hausmeister Klaus Lepa reicht einen Schraubenzieher an. Und der „Jugend musiziert“-Juror Wolfgang Kostujak kämpft, tief über das Instrument gebeugt, mit einer klemmenden Taste.

Diese Szene war typisch für den diesjährigen Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“, an dem auch 51 Schüler der Kreismusikschule Viersen teilnahmen. Auf vielen Ebenen wurde bis zum letzten Moment improvisiert, gebastelt und repariert. So makellos und sauber wie das Cembalo ein paar Minuten später beim Wertungsvorspiel klang, war es auch sonst. Der Wettbewerb lief hervorragend: Von den 51 Teilnehmern aus dem Kreis Viersen haben sich 25 für den Landeswettbewerb Ende März in Detmold qualifiziert.

„Wir sind froh, dass der Wettbewerb in diesem Jahr wieder in Präsenz stattfinden konnte,“ sagte Ralf Holtschneider, Leiter der Kreismusikschule Viersen. Der Wettbewerb wurde aus Pandemiegründen nicht öffentlich ausgetragen. Die Beratungsgespräche der Juroren fielen aus oder wurden durch Telefonate ersetzt. Dennoch spürte man überall eine positive Stimmung. Es war wie ein Aufatmen. „Endlich geht es wieder los“, sagt der 17-jährige Geiger Frederik Abts. Wann sein letzter Live-Auftritt war? „Ich weiß es gar nicht mehr genau, so etwa vor etwa zwei Jahren.“

  • Auf dem Friedhof Löh  laufen noch
    Nach dem Sturm in Viersen : Ein Friedhof bleibt weiter gesperrt
  • Feiern die Wiedereröffnung der Markthalle in
    Langenfeld Markthalle : Markthalle: „Endlich wieder Treffpunkt“
  • Schultoilette Büttgen Schmutz Dreck
    Bildung in Viersen : Schultoiletten beschäftigen erneut Politik

Malescovs Devise ist: „Wir machen alles, was vertretbar ist, auch wenn es oft doppelt so viel Arbeit bedeutet.“ Die Kinder und Jugendlichen hätten viel ertragen während der Pandemie. „Wir wollten ihnen nicht auch noch dieses Ziel nehmen.“ Iuno Rosenthal (15) spielt Blockflöte, seit sie fünf Jahre alt ist. „Das gehört einfach zu mir“, sagt sie. Sie mag „Jugend musiziert“ so sehr, dass sie für die Proben und das Vorspiel extra aus England gekommen ist, wo sie gerade ein Auslandsjahr verbringt. Sie hat sich in zwei Ensembles für den Landeswettbewerb qualifiziert – und wird wieder pendeln. Für sie sei „Jugend musiziert“ immer ein „Übe-Booster“, sagt die 14-jährige Paula Wilkes aus Brüggen. „Ohne dieses Ziel würde ich mich nie aufraffen, ordentlich zu üben.“ Ihr Booster war effektiv: Paula hat als Solo-Geigerin und im Ensemble 25 Punkte erreicht – zweimal die maximale Punktzahl.

„Das Niveau war extrem hoch“, sagt die Streicher-Jurorin Anne Giepner, Musikschulleiterin in Kleve. „Aber das ist jedes Jahr so.“ In den vergangenen Monaten gab es viele Auflagen, Lehrer oder Schüler fielen durch Quarantäne und Krankheit aus. „Es haben vor allem diejenigen mitgemacht, die auch sonst sehr engagiert sind“, erklärt Malescov. Aber wie bei einer Pyramide gelte: „Je erfolgreicher die Spitze, desto breiter der Unterbau, der hoffentlich nächstes Jahr wieder dabei ist.“ Ingo Schabrich, Kreisjugenddezernent, freute sich: „Unsere Nachwuchstalente haben gezeigt, wie groß ihre Motivation und ihre Begeisterung für die Musik sind.“

Aus dem Kreisgebiet erhielten jeweils einen ersten Preis mit Weiterleitung: Rafael Gisbertz aus Niederkrüchten und Paula Wilkes aus Brüggen (beide Violine mit 25 Punkten); Anna Mrosek aus Viersen (Violine mit 24 Punkten); Rafael Bergé aus Willich (Violoncello mit 24 Punkten) und Ann-Kathrin Schmitz aus Kempen (Violoncello mit 24 Punkten und Wertung „Alte Musik“ mit 23 Punkten); Paula Wilkes (Violine, Wertung „Alte Musik“) aus Brüggen und Jana Günther aus Brüggen (Blockflöte, Wertung „Alte Musik“ mit 24 Punkten).

Zu den Schülerinnen und Schülern der Kreismusikschule, die einen ersten Platz in der Solo-, Duo- und Ensemblewertung und eine Qualifizierung für den Landeswettbewerb erhalten haben, gehören: Lukas Krügerke aus Niederkrüchten (Akkordeon mit 23 Punkten), Malin Rupprecht aus Schwalmtal (Akkordeon, 23 Punkte), Roman Liedtke aus Schwalmtal (Percussion, 23 Punkte), Lukas Weber aus Nettetal und Lasse Linder (Duo Klavier und Trompete, 23 Punkte), Viktoria Poder aus Viersen und Amelie Thomas aus Kempen (Duo Klavier und Querflöte, 24 Punkte), Bastian Schmitz aus Kempen gemeinsam mit Clara Rensch und Caja Douteil  aus Nettetal, („Alte Musik“, 24 Punkte), Timon Pannen aus Viersen („Alte Musik“, 23 Punkte) sowie Duy Dang aus
Willich und Vincent Vinh Thai aus Viersen (Gitarren-Ensemble, 24 Punkte).