Viersen: Viele Bestattungen in der Grabeskirche

Viersen: Viele Bestattungen in der Grabeskirche

Am 1. Juni feiert die Grabeskirche St. Joseph ihr einjähriges Bestehen. Geschäftsführer Bernd Bodenbenner und Pastoralreferent Martin Alfing ziehen ein positives Resümee. Die Grabeskirche wird gut angenommen.

190 Vorsorgeverträge, 70 Beisetzungen — das ist die wirtschaftliche Bilanz des ersten Jahres der Grabeskirche St. Joseph in Viersen. "Unsere Erwartungen wurden damit übertroffen. Wir hatten für das erste Jahr mit 75 Verträgen gerechnet und sind von der guten Annahme positiv überrascht", sagt Bernd Bodenbenner, Geschäftsführer der Grabeskirche.

Aber es ist nicht allein die wirtschaftliche Seite, die sowohl Bodenbenner als auch Pastoralreferent Martin Alfing nach einem Jahr strahlen lässt: "Es ist die gute Annahme der Kirche an sich. Wir haben es gemeinsam geschafft, Leben in die Grabeskirche zu bringen. Es ist ein Ort der Lebenden und der Toten geworden", bemerkt Alfing. Das zeigt sich unter anderem an den Besucherzahlen. Viele Menschen besuchten im Rahmen von Gruppenführungen und als Einzelpersonen die Kirche. Und das nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch von auswärts. Düsseldorfer, Thüringer und Gäste aus den Niederlanden zählten zu den Besuchern. Seniorengruppen, Kitas, Schulklassen, Kolpingsfamilien, die Caritasfrauen: Sie alle buchten schon Führungen bei Alfing.

Auch die Veranstaltungen, wie ein Mitsingkonzert mit den "Fährfrauen" im vergangenen Jahr, oder Konzerte mit verschiedenen Chören sowie Kombinationen aus Lesung und Musik werden gut angenommen. Das gilt ebenso für die Kreuzungsandachten, den Vespergottesdienst und die ökumenischen Gottesdienste, die in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Krankenhaus Viersen angeboten werden. Letztere finden halbjährlich statt und sind den im AKH verstorbenen Kindern und Erwachsenen gewidmet.

"Wir konnten zudem einen Wandel in der Bestattungskultur feststellen", sagt Bodenbenner. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Einäscherung und die Grabeskirche. Bodenbenner und Alfing führen das darauf zurück, dass viele keine Angehörige mehr haben, die ein Grab pflegen könnten, oder die Angehörigen für eine Dauerpflege einfach zu weit weg wohnen.

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Der Trend geht ebenso zur Vorsorge. "Viele möchten schon zu Lebzeiten alles für den Todesfall geregelt haben und schließen einen Vorsorgevertrag", berichtet Alfing. Pro Jahr werden bei einer solchen Reservierung fünf Prozent der Kaufsumme des Grabes fällig. Je nach Grabstätte sind es dabei 100 bis 125 Euro.

Die Trauerbegleitung ist ein weiterer Punkt, der immer stärker in Anspruch genommen wird. Wobei Alfing diese nicht nur auf Angehörige derjenigen beschränkt, die in der Grabeskirche beigesetzt wurden. Bodenbenner und Alfing betonen zudem, dass ohne den engagierten Einsatz der Ehrenamtler vieles während des vergangenen Jahres nicht möglich gewesen wäre. Dank deren Einsatz kann unter anderem die Grabeskirche täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet werden. Ein Förderverein hat sich ebenfalls im ersten Jahr gebildet. Eine der ersten großen Aktionen des Fördervereins ist der vor Kurzem angelaufene Verkauf der Mettlacher Platten, die einst den Fußboden der Kirche zierten, und jetzt einzeln, zu zweit oder dritt, schön gerahmt, einen attraktiven Wandschmuck ergeben.

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(tref)
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