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Viersen: Verzögerung bei geplanter Bahnhofstoilette

Viersen : Verzögerung bei geplanter Bahnhofstoilette

Bei der Ausschreibung schossen die Angebotspreise in die Höhe. Die technische Beigeordnete will jetzt nachverhandeln

Der Bau einer geplanten Unisex-Toilette im Viersener Bahnhof könnte sich verzögern. Wie die Technische Beigeordnete Beatrice Kamper bekannt gab, ist zwar die Ausschreibung gelaufen - allerdings liegen die eingereichten Angebote deutlich über der städtischen Kostenschätzung von rund 60.000 Euro. "Da werden wir als Stadt noch einmal nachverhandeln müssen."

Vor mehr als zwei Jahren hatten die Besitzer des Gebäudes den Toilettenbereich für die Öffentlichkeit geschlossen. "Es war nachweislich immer wieder zu Vandalismusschäden gekommen", berichtet Viersens Baudezernentin Beatrice Kamper. Die Deutsche Bahn hatte das Bahnhofsgebäude zunächst an die Stadt Viersen verkauft; die Kommune veräußerte die Immobilie später an eine private Eigentümergemeinschaft. Da die Bahn in ihren Zügen Toiletten vorhält, ist sie nicht verpflichtet, auch auf den Bahnhöfen eine Toilettenanlage anzubieten.

Damit die Reisenden die Möglichkeit haben, ihre Notdurft zu verrichten, schloss die Stadt im Februar nach eifrigen Verhandlungen einen Vertrag mit den Eigentümern: Die Stadt errichtet auf Steuerkosten eine Toilettenanlage, die Eigentümer betreiben sie und tragen eventuelle Folgekosten. Auch die Nutzer werden zur Kasse gebeten: Bis zu 50 Cent sollen sie künftig für den Gang aufs stille Örtchen bezahlen. Die neue Bahnhofstoilette soll behindertengerecht sein und über eine automatische Sitzbrillenreinigung verfügen. Berührungslos lassen sich Wasserhahn, Seifenspender und Handtrockner bedienen. Die Beleuchtung erfolgt über LED.

(mrö)