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Verein Königsburg 2.0 setzt sich weiter für den Erhalt des Denkmals ein

Denkmal in Süchteln : Vom Lost Place zum Kulturzentrum

Seit nunmehr vier Jahren ist der Verein Königsburg 2.0 mit der Sanierung der Königsburg in Süchteln beschäftigt. Der erste Abschnitt nähert sich dem Ende, doch es gibt noch immer viel zu tun.

An der Königsburg in Süchteln geht es Stück für Stück voran. Aktuell stehen die Putzarbeiten im großen Saal mit seinem Rabitz-Gewölbe an. Dazu kommen die neuen Fenster, die im Laufe des Jahres eingebaut werden. „Damit haben wir die eigentliche Hülle unter Dach und Fach. Der Saalbau ist dann denkmalpflegerisch überarbeitet“, sagt der betreuende Architekt Martin Breidenbach.

Für das Jahr 2019 steht des Weiteren die Installation des Hub-Liftes an der Irmgardisstraße an, um auch Menschen mit Rollstuhl und Rollator einen Zugang zum Saal zu ermöglichen. Der Königsburgkeller bekommt eine Rampe, und auch die sanitären Anlagen werden entsprechend barrierefrei umgebaut. Der erste große Abschnitt nähert sich damit langsam aber sicher seinem Ende.

Bis Ostern 2020 möchte der Verein diese Arbeiten soweit abgeschlossen haben. Fördermittel in Höhe von 775.000 Euro wurden in diesem ersten Bauabschnitt verbaut beziehungsweise befinden sich gerade in der Verarbeitung. Für den Verein bedeutet das, dass er eine Eigenleistung in Höhe von zehn Prozent dieser Summe erbringen musste, denn das ist eine der Bedingungen, die unter anderem an die Fördermittel geknüpft sind. Die Fördermittel flossen bislang aus vier Töpfen. Es handelt sich um die Bundesmittel Kultur und Medien sowie die Denkmalmittel des Landes NRW, dazu kommen Fördergelder von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der NRW-Stiftung. Ganz wichtig ist dem Verein in Bezug auf die Fördermittel, dass Bau und Kultur strikt voneinander getrennt sind. Die Gelder aus den vier Fördertöpfen gehen rein in den Substanzerhalt des Gebäudes. Das eigentliche Kulturprogramm, das der Verein Königsburg 2.0 vom ersten Moment an mit auf die Beine stellte, finanziert sich über Eintrittsgelder. Der Verein ist zudem auf Spenden, Sponsoren sowie Mitgliedsbeiträge angewiesen, um ein attraktives Kulturprogramm anbieten und den laufenden Unterhalt sichern zu können. „Anregungen von Bürgern nehmen wir gerne auf. Jeder, der eine Idee hat, kann sie einbringen. Wir möchten Kultur zusammen mit den Bürgern gestalten“, sagt Thomas Musen, Vorsitzender der Königsburg 2.0.

 Der Verein organisiert regelmäßig das „Kino in der Königsburg“, Fotos von berühmten Schauspielern zieren die Wände.
Der Verein organisiert regelmäßig das „Kino in der Königsburg“, Fotos von berühmten Schauspielern zieren die Wände. Foto: Knappe, Joerg (jkn)
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Wenn um Ostern 2020 der erste Bauabschnitt endet, geht es direkt mit dem zweiten Abschnitt weiter, der die Bereiche Restaurierung und technische Ausstattung des Saales, die Umgestaltung des Innenhofes und die Ertüchtigung der Vorderhäuser der Königsburg umfasst. In diesen ebenfalls denkmalgeschützten Häusern sollen drei Ateliers entstehen, mit denen das Konzept der Königsburg unterstützt wird. Dabei gilt, wie auch bei den anderen Fördergeldern, eine strenge Zweckbindung, die dokumentiert und überprüft wird. Es handelt sich um rund zwei Millionen Euro aus Städtebauförderungsmitteln des Landes – ein Topf, den die Stadt Viersen angezapft hat. Er dient der Förderung des Stadtteils Süchteln, wobei die Königsburg das Zugpferd der Entwicklung ist. Etwas, dass alle im Verein freut und motiviert.

„Was mich aber immer wieder am meisten freut, ist der Rückhalt aus der Bevölkerung. Die Bereitschaft, das Ganze mitzutragen, ist enorm“, lobt Musen. Das gilt für die Hilfe bei den sogenannten Werktagen, bei denen sich Mitglieder des Vereins und weitere Unterstützer ehrenamtlich an die unterschiedlichsten Arbeiten innerhalb der Königsburg machen, aber auch für die Begeisterung, mit der sich Bürger beim Kulturprogramm mit einbringen. Die finanzielle Unterstützung durch Spenden von Bürgern und Unternehmen kann sich sehen lassen. Aber egal, ob aktiver oder passiver Unterstützer – alle tragen dazu bei, dass aus einem ehemals vergessenen Gebäudekomplex ein Kulturzentrum wird, das Süchteln schon jetzt, auf dem Weg dorthin, mehr als nur belebt.

 In einigen Ecken der Königsburg muss noch renoviert werden.
In einigen Ecken der Königsburg muss noch renoviert werden. Foto: Knappe, Joerg (jkn)

Wie vielfältig das kulturelle Angebot ist, zeigt der neue Folder der Königsburg. Für nahezu jeden Geschmack und jedes Alter ist etwas dabei. Ob Kinoabend, Marktcafé, diverse Workshops, Musik, Tanz oder Open Stage – alles ist vertreten. Die Königsburg bietet zudem auch lokalen Künstlern für Ausstellungen und Vereinen für ihre Veranstaltungen eine Plattform.