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Verein Kindertraum betreibt Café Tante Anna in der Residenz Irmgardis

Café in Viersen : Ein neues Team für Tante Anna

Die Elterninitiative Kindertraum betreibt seit wenigen Wochen das Café Tante Anna in der Residenz Irmgardis in Süchteln. Neben Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen möchte der Verein auch ein Kulturprogramm bieten.

Die Frühstückszeit ist fast vorbei, im Café Tante Anna sitzen jetzt nur noch vier hungrige Frauen. Während Café-Leiterin Corinna Francis also zum letzten Mal an diesem Vormittag in der kleinen Küche Platten mit Aufschnitt belegt, beginnen neben ihr schon die Vorbereitungen fürs Mittagessen: Eine Mitarbeiterin hat Wasser aufgesetzt, sie schält Kartoffeln, lässt sie in den Kochtopf plumpsen. „Freitags gibt es bei uns Fisch“, sagt Francis und zupft eine Scheibe Käse auf einer Porzellanplatte zurecht. „Samstags gibt es Eintopf und sonntags klassisches Sonntagsessen.“ Verlässliche Strukturen, feste Abläufe, geregelte Öffnungszeiten: Damit möchte das neue Team von Tante Anna bei den Kunden punkten. Und natürlich mit gutem Essen.

Seit wenigen Wochen betreibt die gemeinnützige Elterninitiative Kindertraum aus Nettetal das Café im Erdgeschoss der Residenz Irmgardis in Süchteln – einem Wohnhaus mit Zusatzleistungen wie Wäscheservice, Einkaufsdienst und Physiotherapie. Die Vereinsmitglieder setzen sich dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderungen ganz selbstverständlich gemeinsam zur Schule gehen, arbeiten und ihre Freizeit gestalten. In Kaldenkirchen betreibt Kindertraum einen Second-Hand-Laden, in Grefrath einen Tante-Emma-Laden. Männer und Frauen mit und ohne Behinderung arbeiten dort zusammen. So ist es auch im Café Tante Anna, oder zumindest fast: Denn das Team besteht derzeit komplett aus Frauen. „Anfangs war ich auch fast täglich hier und habe mitgearbeitet“, sagt Kindertraum-Geschäftsführer Jan Barendsma. Doch das sei jetzt nicht mehr notwendig.

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Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen bietet das Café Anna an. „Wir haben an sieben Tagen in der Woche geöffnet“, sagt Barendsma. „Das ist für uns die erste Erfahrung mit Gastronomie“, ergänzt er.  Der Verein habe aber schon lange den Wunsch gehabt, ein Café dieser Art zu eröffnen. Als die ehemalige Pächterin des Tante Anna fragte, ob der Kindertraum es übernehmen wolle, zögerte der Vorstand nicht lange. „Der Laden hat uns von  vorne herein sehr gut gefallen“, sagt Barendsma. Die neuen Betreiber übernahmen die Einrichtung von der Vormieterin, so mussten sie nicht allzu viel renovieren. „Wir waren sehr glücklich über diese Entwicklung“, sagt Hans-Wilhelm Janissen – seit 2016 sind die Viersener Familien Zaum und Janissen Eigentümer der Residenz, in der vorher die Caritas ein Seniorenheim betrieb. „Das Café ist das Herz des Hauses“, betonen Janissen und Miteigentümer Peter Zaum. Deshalb ist es für sie wichtig, dass es künftig regelmäßig geöffnet hat. Etwa 75 Prozent der 62 Wohnungen in der Residenz seien derzeit vermietet, erzählt Janissen. Der Verein Kindertraum hat die Eigentümer jetzt auf eine Idee gebracht: „Wir möchten hier auch behinderten Menschen, die alleine leben wollen, eine Chance geben“, sagt Janissen. Geplant sei, darüber mit dem Verein Gespräche zu führen.

Auch der Kindertraum hat noch einiges vor in der Residenz, „bis zum Ende des Jahres probieren wir viele Dinge aus“, sagt Barendsma. Tanztee und Bingo im Café, Kunstausstellungen und Konzerte in der hauseigenen Kulturkapelle, Unternehmensfortbildungen begleiten – „wir haben unglaublich viele Ideen“, ergänzt der 37-Jährige.

Für die Bewohner der Residenz Irmgardis möchte das Team anbieten, ihnen Essen in die Wohnung zu bringen, wenn sie selbst nicht fit genug sind, um ins Erdgeschoss zu kommen. Darüber hinaus gilt: „Wir sind für alle Besucher offen“, betont Barendsma.