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Verein für Heimatpflege Viersen stellt sein bisher dickstes Buch vor

Geschichte in Viersen : Neues Buch des Vereins für Heimatpflege – Rintgen in 737 Bildern

Im neuen Buch des Vereins für Heimatpflege Viersen finden sich viele bisher unveröffentlichte historische Fotos, Postkarten und alte Werbeanzeigen. Doch der Band ist weit mehr als ein Bilderbuch.

Es ist das dickste Buch, das der Verein für Heimatpflege Viersen je herausgegeben hat. „Es ist auch das schwerste Buch“, sagt der Vereinsvorsitzende Albert Pauly: 1825 Gramm wiegt Band 47 der Schriftenreihe „Viersen – Beiträge zu einer Stadt“ mit dem Titel „Rintgen – Entwicklung eines Viersener Stadtteils“.

Und Rintgen ist nach Einschätzung der Autoren nicht einfach irgendein Stadtteil, sondern  „der wirtschaftlich bedeutendste Stadtteil von Viersen“, sagt Frank Brüggen vom Redaktionsteam. Denn: Der Ortsteil ist eng verwoben mit dem Aufstieg und Niedergang der Textilindustrie in der Stadt.

 Viersen im Schnee: Blick von der Hauptstraße in Richtung Gladbacher Straße im Winter 1956.
Viersen im Schnee: Blick von der Hauptstraße in Richtung Gladbacher Straße im Winter 1956. Foto: Heimatverein
 Rintgen war wichtig für die Textilindustrie in Viersen. An der Hauptstraße 142 befand sich viele Jahrzehnte lang das Textilhaus Abrahams.
Rintgen war wichtig für die Textilindustrie in Viersen. An der Hauptstraße 142 befand sich viele Jahrzehnte lang das Textilhaus Abrahams. Foto: Heimatverein

Auf 720 Buchseiten finden sich 737 Abbildungen, die den Leser mitnehmen auf eine Reise in das historische Rintgen. Mit vorwiegend bisher unveröffentlichten Fotos, Postkarten, Karten und Werbeanzeigen wird dabei in den einzelnen Kapiteln nicht nur das wirtschaftliche Leben, sondern zum Beispiel auch das Vereinsleben, das Kulturleben und die Geschichte der jüdischen Mitbürger im Ort dokumentiert.

 Sponsoren, Unterstützer und das Redaktionsteam (v.l.): Jakob Peters-Messer, Walter Feld, Bernd Henk, Brigitte Jansen (Stadt Viersen), Bernd Lemke, Frank Brüggen, Jürgen Cleven (Volksbank Viersen) und Ingo Schabrich, Kultur-Dezernent des Kreises Viersen.
Sponsoren, Unterstützer und das Redaktionsteam (v.l.): Jakob Peters-Messer, Walter Feld, Bernd Henk, Brigitte Jansen (Stadt Viersen), Bernd Lemke, Frank Brüggen, Jürgen Cleven (Volksbank Viersen) und Ingo Schabrich, Kultur-Dezernent des Kreises Viersen. Foto: Nadine Fischer

Da geht es etwa um die Festhalle und die Kirmes, um den alten Stadtgarten und die Eisenbahn. „Man könnte sagen, es ist ein Bilderbuch. Aber eben nicht nur“, sagt Pauly.

 Blick von der Hauptstraße aus auf den damaligen Neumarkt und die Gladbacher Straße um 1910.
Blick von der Hauptstraße aus auf den damaligen Neumarkt und die Gladbacher Straße um 1910. Foto: Heimatverein
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Denn darin finden sich viele Erläuterungen, Geschichten über die Menschen aus dem Stadtteil – wie über Gepäckträger Uka, der grundsätzlich Koffer immer nur so weit getragen haben soll, wie er es in Anbetracht der geleisteten Bezahlung für angemessen befand.

 Blick von der Hauptstraße in Richtung Heimbachstraße, rechts das Schreibwarengeschäft Weber, links das Textilhaus Katzenstein, Hauptstraße 137/139.
Blick von der Hauptstraße in Richtung Heimbachstraße, rechts das Schreibwarengeschäft Weber, links das Textilhaus Katzenstein, Hauptstraße 137/139. Foto: Heimatverein

Unterstützt vom Kreisarchiv und mit Hilfe von Zeitzeugen hat der Arbeitskreis Bildrecherche und -dokumentation des Heimatvereins die Bilder für das Buch analysiert. Bei den wöchentlichen Treffen der Gruppe sichteten die rund 20 Mitglieder die Abbildungen, kommentierten, was sie sahen – sodass letztendlich das Redaktionsteam Erläuterungen zu den einzelnen Fotos verfassen konnte.

 Das Pfarrhaus wich 1967 der Verbreiterung der Hauptstraße.
Das Pfarrhaus wich 1967 der Verbreiterung der Hauptstraße. Foto: Heimatverein

Insgesamt habe die Arbeit am Buch drei Jahre gedauert, erzählt Brüggen. Gemeinsam mit Walter Feld, Bernd Henk, Beatrix Wolters und Bernd Lemke bildet er das Redaktionsteam.

 Wo heute die Stadtsparkasse steht, befand sich das Stadthaus II, das im Krieg völlig zerstört wurde. Danach war dort nur ein großer Park, der frühere Preyersche Garten; die Süßwarenhandlung Hussels eröffnete einen Verkaufspavillon.
Wo heute die Stadtsparkasse steht, befand sich das Stadthaus II, das im Krieg völlig zerstört wurde. Danach war dort nur ein großer Park, der frühere Preyersche Garten; die Süßwarenhandlung Hussels eröffnete einen Verkaufspavillon. Foto: Heimatverein

Dieser Band über Rintgen sei sozusagen eine Fortsetzung des Bandes, der 2012 über den Stadtteil erschienen ist, erläutert Brüggen.

 Fabrikant Heinrich Lüpges hatte eine Villa an der Remigiusstraße 55.
Fabrikant Heinrich Lüpges hatte eine Villa an der Remigiusstraße 55. Foto: Heimatverein

Außerdem bildet er die Grundlage für die Ausstellung „Rintgen – Entwicklung eines Viersener Stadtteils“ im Viersener Salon an der Gerberstraße 20. Die kann dort übrigens noch bis zum 28. November besucht werden.

Info Der Band ist zum Preis von 28,90 Euro im Viersener Salon, im örtlichen Buchhandel und über www.heimatverein-viersen.de zu beziehen. Auflage: 1250 Stück.