Viersen: Verband diskutiert über neuen Namen für Naturpark

Viersen: Verband diskutiert über neuen Namen für Naturpark

Der Naturpark Schwalm-Nette könnte bald Naturpark Niederrhein heißen. Verbandsmitglieder äußern Kritik

Seit vergangenem Herbst ist die Namensänderung in Naturpark Niederrhein Thema beim Naturpark Schwalm-Nette. Und das wird es auch mindestens bis zum nächsten Herbst bleiben: Bei der Verbandsversammlung, die gestern in Straelen stattfand, konnten sich die Mitglieder nicht zu einer Entscheidung durchringen.

Ferdinand Schmitz, Vorsitzender der Verbandsversammlung, hatte den Sitzungsunterlagen zwei befürwortende Stellungnahmen für die Umbenennung beifügen lassen. Eine kam vom Zweckverband Deutscher Naturparke. Der Naturpark Schwalm-Nette sei neben dem Naturpark Nuthe-Nieplitz in Brandenburg der einzige, dessen Name sich ausschließlich aus Flussnamen zusammensetzt. Die Verwendung eines auf den Naturraum bezogenen Namens könne die Identifizierung mit dem Naturpark unterstützen und Vorteile in der Kooperation mit Partnerorganisationen, etwa beim Tourismus, mit sich bringen, lautet sein Urteil. Das Kölner Unternehmen ift Freizeit- und Tourismusberatung kommt zu dem Schluss: "Vor dem Hintergrund der unsicheren Zukunft des Naturparks Maas-Schwalm-Nette und der immer stärkeren Profilierung der Reise- und Wirtschaftsregion Niederrhein macht eine Umbenennung in den Naturpark Niederrhein Sinn."

Gerade diese Einschätzung sorgte unter den Teilnehmern der Runde im Versuchszentrum Gartenbau für Diskussionen. Wortführer der Kritiker war Thomas Fegers aus Mönchengladbach. Er sei nicht gegen eine Umbenennung, betonte er. Doch sei das Vorhaben behutsam durchzuführen, und man müsse die Niederländer stärker einbeziehen. "Die Infragestellung des Naturparks Maas-Schwalm-Nette könnte von den niederländischen Partnern als Affront verstanden werden", sagte Fegers.

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Mit dem Begriff "Niederrhein" im neuen Naturparknamen erfolge, so sei zu befürchten, eine Abgrenzung. Das könne nicht gewollt sein: "Die Kooperation über die Grenze hinweg hat uns gut getan", sagte Fegers. Zudem sei zu bedenken, dass die meisten Kommunen am Niederrhein gar nicht Mitglied des Naturparks seien. "Die Auswirkungen müssen vernünftig diskutiert werden, auch in den Stadt- und Gemeinderäten."

"Eine Abgrenzung ist nicht gewollt", stellte Verbandsvorstand Andreas Coenen klar. Er könne auch keine Unfreundlichkeit gegenüber dem in Roermond ansässigen deutsch-niederländischen Naturpark Maas-Schwalm-Nette erkennen. "Es geht darum, eine klare unverwechselbare Marke zu schaffen." Nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Bewerbung für den Landeswettbewerb "Naturparkschau 2021". Es soll laut einstimmigem Beschluss der Verbandsversammlung jetzt eine Arbeitsgruppe einberufen werden. Sie berät, auch gemeinsam mit den Niederländern, über den neuen Namen. Die Entscheidung könnte dann im Herbst fallen, wenn die Naturpark-Gremien tagen.

(RP)