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VAB investiert in Neubauten und saniert im Bestand

Bauprojekte : VAB baut 400 Wohnungen in Viersen

Die Viersener Aktien-Baugesellschaft setzt ihre Wohnungsbau-Offensive fort. In elf Projekten werden rund 50 Millionen Euro investiert. Gebaut wird unter anderem im Robend und an der Brüsseler Allee

Die Stadt ist mit der Arbeit ihrer Tochter Viersener Aktien-Baugesellschaft (VAB) sehr zufrieden. Sie überweist nicht nur 225.000 Euro als Dividende für das Jahr 2017, sondern kommt mit ihrer auf mehrere Jahre angelegten Neubauoffensive auch gut voran. Dass sie auch weiter Wohnungen für die Menschen baut, „die nicht ein üppiges Portemonnaie haben“, lobte der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Sillekens bei der Vorlage der Bilanz.

Fast 10,6 Millionen Euro hat das Unternehmen im vergangenen Jahr in den Neubau preisgünstiger Wohnungen gesteckt. Das gesamte Programm sieht den Bau von 400 Wohnungen in insgesamt elf Projekten für rund 50 Millionen Euro vor. Damit komme die VAB ihrem Ziel, „Viersen als Wohnstadt zu stärken und bezahlbares Wohnen in unserer Stadt zu sichern“, ein gutes Stück näher.

Die Bilanzsumme ist wieder leicht auf 108,7 Mio. Euro geklettert, die Eigenkapitalquote liegt nach langer Zeit wieder knapp über 25 Prozent. Vom Jahresüberschuss gehen gehen gut 800.000 Euro in die Rücklagen, damit weiter gebaut werden kann: 95 Wohnungen sind es im Stadtpark Robend und an der Brüsseler Allee.

Wie Vorstandsvorsitzender Albert Becker mitteilte, sind mit der Fertigstellung von 131 Wohnungen in der Wohnanlage Scheldefahrt Mitte 2017 schon gut 30 Prozent des Programms erfüllt. Die Wohnanlage rundete die Entwicklung des Stadtparks Robend am östlichen Bahnhofsausgang ab. Gleichzeitig ließ die VAB an vier weiteren Stellen im Stadtgebiet 109 Wohnungen errichten. Fertiggestellt sind inzwischen 36 Wohnungen an der Josef-Schürgers-Straße, weitere 22 folgen in den Trio-Apartments am Hüsgesweg, 27 an der Kanalstraße und 24 an der Brüsseler Allee, Viersens Trendviertel.

Was die öffentlich geförderten Wohnungen auszeichnet: Sie beginnen mit einer Kaltmiete von 5,25 Euro pro Quadratmeter. „Wohnen bei der VAB bleibt weiterhin bezahlbar“, versicherte Becker. Die Durchschnittsmiete bei den 2900 Wohnungen beträgt 5,14 Euro, elf Cent mehr als im Vorjahr. Bei 40 Prozent der VAB-Wohnungen liegt die Miete unter fünf Euro. Allerdings werde es immer schwieriger, die niedrigen Preise zu halten, sagte Becker, denn die Baukosten kletterten weiter. So hat die VAB in ihren Gebäudebestand mit knapp 3,9 Millionen Euro erneuert, auf die Quadratmeter umgerechnet über 20 Euro. Schwerpunkt waren Gebäuderenovierungen in Dülken und Alt-Viersen sowie der Einbau neuer Fenster und Heizungen, um Energie zu sparen. „Das kommt der Umwelt zugute und entlastet auch den Geldbeutel der Mieter.“ Dies werde auch in den kommenden Jahren fortgesetzt, unterstrich Becker.

Bei ihrem Neubauprogramm trägt die VAB dem demografischen Wandel Rechnung: Es werden mehr kompakte Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen gebaut als Wohnungen mit vier und mehr Räumen. Sie sind heute zugeschnitten auf Singles jeden Alters und junge Familien. Darüber hinaus will die Baugesellschaft für ein gutes Nachbarschaftsklima sorgen. Nach der Hofgarten-Lounge entstand auch ein Treffpunkt in der Scheldefahrt. Am Hoserkirchweg wurde in zwei Bungalows eine Betreuung für 18 Kinder durch Tagesmütter eingerichtet, um vor allem Alleinerziehende zu unterstützen. Dieses Engagement für die soziale Infrastruktur hält der Erste Beigeordnete Paul Schrömbgens, der nebenamtlich auch VAB-Vorstand ist, für äußerst wichtig, es ist „von gesamtstädtischer Relevanz“.

Besondere Aufmerksamkeit hat die Baugesellschaft der Digitalisierung gewidmet, teilte Thomas Klapdor mit, seit Februar 2017 im Vorstand. Nicht nur intern werden Verwaltungsabläufe vereinfacht, auch die Mieter haben etwas davon. Der Internetauftritt wurde neu gestaltet als Basis für ein Mieterportal; über eine VAB-App kann sich der Mieter über seinen Vertrag und Abrechnungen informieren. Im Kundencenter im Stadthaus steht ein Terminal, das den Zugang zum Internet sichert und bei der elektronischen Wohnungssuche hilft.