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Urban Gardening in Viersen-Dülken

Gärtnern in Viersen : Bald Saisonauftakt im Kesselsgarten

Das „Urban-Gardening“- Projekt für Hobbygärtner in Dülken startet im April in die dritte Saison. Es sind noch Hochbeete frei.

In einem Hochbeet wachsen Fenchel und Calendula, in einem anderen Rosenkohl, Currykraut und Minze: Die Saison im Kesselsgarten hat zwar noch nicht offiziell begonnen, doch zu sehen gibt’s dort auch jetzt schon viel Grün. Auf einer Brachfläche mitten in Dülken ist der rund 2000 Quadratmeter große Garten vor zwei Jahren entstanden, Hobbygärtner können dort je ein bis zwei Hochbeete bepflanzen. Das Dülken-Büro, das Kolping-Bildungszentrum Dülken und das Katholische Forum koordinieren dieses „Urban Gardening“-Projekt. Rund zehn Beete mit je ein Quadratmeter Fläche sind bereits angelegt, es ist aber noch genug Platz für ein paar weitere – und damit auch für ein paar zusätzliche Hobbygärtner.

Irgendwann soll die Brachfläche am Kesselsturm bebaut werden, „aber so weit sind wir noch nicht“, sagt Andreas Goßen, Leiter des Dülken-Büros. Das Büro ist im Stadtteil zentrale Anlaufstelle unter anderem für bürgerschaftliche Aktivitäten, Goßen behält aber auch städtebauliche Entwicklungen in der historischen Altstadt im Blick. Bis die Fläche bebaut wird, solle sie sinnvoll genutzt werden, erzählt er – also entstand dort der Kesselsgarten. „Der Garten ist auch ein Ort für Heckengespräche, also ein Kommunikationspunkt geworden, das freut mich ganz besonders“, sagt Goßen. Rund 20 Teilnehmer hätten im vergangenen Jahr mitgemacht, für die neue Saison seien bisher rund 30 gemeldet, „von Senior bis Kind, mit verschiedenen Nationalitäten“. Und: „Die Dülkener Pfadfinder wollen mit drei Gruppen mit je acht Kindern kommen.“ Über das Katholische Forum hätten sich auch schon drei Elternpaare angemeldet, ergänzt Fachbereichsleiterin Manuela Boltz-Heuer. „Wir können aber noch etwa acht Eltern gut gebrauchen.“

Während sich Mitarbeiter des Dülken-Büros und des Katholischen Forums um Organisatorisches – wie eben die Anmeldung – kümmern, sind Gärtner des Kolping-Bildungswerks vor Ort, um die Teilnehmer zu unterstützen. Jürgen Tüffers ist dabei hauptverantwortlich. „Wir helfen gerne“, sagt der Garten- und Landschaftsbauer. So übernehmen es die Fachleute bei Bedarf zum Beispiel, Hochbeete anzulegen. Oder sie stellen Hobbygärtnern, die Beete lieber selbst bauen möchten, Material zur Verfügung. Darüber hinaus pflegen die  Kolping-Gärtner den Grünstreifen, der den Kesselsgarten einfasst, und eine Biotopwiese in einer Senke: Dort haben sie zum Beispiel Wildstauden gepflanzt und Totholz bereitgestellt, um Insekten Raum zu bieten.

Ein Beet hat Jürgen Tüffers zum Schaukasten und Anflugplatz für Insekten umfunktioniert. Foto: Nadine Fischer

Der Kesselsgarten ist immer geöffnet, Hobbygärtner können sich ihre Zeit also selbst einteilen. In einer Hütte sind Geräte wie Harke und Spaten untergebracht, die sie nutzen dürfen. „Saatgut besorgt sich jeder selbst“, sagt Tüffers. Bisher sei es so gewesen, dass die Teilnehmer auch mal untereinander  getauscht hätten. „Die Stadt gibt Kompost und Erde dazu“, ergänzt Goßen. Die Volksbank als weiterer Sponsor habe Geld unter anderem für Gartengeräte gegeben.

Mit einem Aktionstag Ende April soll die neue Saison beginnen. Bis spätestens eine Woche vorher sollten sich Interessenten gemeldet haben, damit zum Saisonauftakt alle neuen Hochbeete angelegt sind.