Unternehmer besichtigen ehemaliges Briten-Gelände in Elmpt

Rundfahrt für Unternehmer : Firmenchefs besichtigen Flugplatz Elmpt

Bürgermeister Kalle Wassong sammelt Interessensbekundungen von Firmen, die sich auf dem ehemaligen Briten-Gelände ansiedeln wollen. Am Freitag zeigte er Unternehmern aus dem Grenzland das Areal

Firmen aus dem Grenzland, die sich auf dem ehemaligen Briten-Gelände in Elmpt ansiedeln möchten, können jetzt schon im Rathaus vorstellig werden: Wie Niederkrüchtens Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) am Freitagmorgen beim Unternehmertreffen der Gemeinde berichtete, sammle er Interessensbekundungen von Firmen. Dazu erhalten alle Unternehmen, die in Niederkrüchten ansässig sind, ein Schreiben. „Wir wollen erfahren, ob Sie sich in den kommenden Jahren verändern wollen“, erklärte Wassong den Gästen.

Viele Unternehmenschefs und Firmenvertreter waren der Einladung des Bürgermeisters gefolgt, im Rahmen des Treffens das Gelände bei einer Bus-Tour zu besichtigen. Gastgeber war der Europäische Golfclub Elmpter Wald, dessen Präsident Manfred Veckes mit Stellvertreterin Gudrun Rebell die Geschichte des Clubs vorstellte, der einst für die Angehörigen der Royal Air Force gegründet wurde, sich später für Zivilisten öffnete und inzwischen 1000 Mitglieder zählt.

Der Abriss hat begonnen. Von einigen Gebäuden ist nur noch Schutt übrig. Foto: Ronge, Birgitta (biro)

Der 80 Hektar große Golfplatz bleibe, betonte Wassong bei der Busrundfahrt. Rund 900 Hektar groß ist das Gelände, das von 1953 an als Militärflugplatz genutzt wurde. Bis 2001 waren dort Tornado-Staffeln stationiert, 2002 übernahm die British Army das Gelände von der Royal Air Force. 2015 gaben die Streitkräfte die Kaserne zurück an die Bundesrepublik Deutschland, seither betreut die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) das Gelände. Noch bis 2021 sind auf einem Teil des Geländes Flüchtlinge untergebracht. Derzeit leben rund 600 Menschen in Reihenhäusern.

Noch stehen viele einstige Militärbauten auf dem Gelände. Foto: Ronge, Birgitta (biro)

Unterwegs stellte Tobias Hinsen vom Planungsamt der Gemeinde das Grobkonzept für die Folgenutzung vor: Der größte Teil des Geländes (605 Hektar) soll weiterhin der Natur zur Verfügung stehen. Für große Unternehmen, die sich dort ansiedeln wollen, stehen rund 140 Hektar zur Verfügung, für Windenergieanlagen und Photovoltaik sind rund 39 Hektar vorgesehen. Für kleinere Unternehmen – also beispielsweise aus Niederkrüchten – sind bislang 15 Hektar eingeplant. Dieses kleinteilige Gewerbegebiet könnte später so ähnlich aussehen wie das Gewerbegebiet in Niederkrüchten-Dam. Doch ob 15 Hektar ausreichen, versucht Wassong jetzt herauszufinden. „Wir haben als Gemeinde einmal ein Zugriffsrecht“, erklärte er. Auf wie viel Hektar die Gemeinde zugreifen kann, hänge davon ab, wie groß die Nachfrage sei. Mehr Flächen, als benötigt werden, will die Gemeinde auch nicht übernehmen.

Bürgermeister Kalle Wassong stellte die Fläche bei einer Busrundfahrt vor. Foto: Ronge, Birgitta (biro)

Bei der Rundfahrt konnten sich die Firmenchefs davon überzeugen, dass das Gelände nach und nach freigemacht wird. Von den einst 42 Flugzeug-Hangars sind inzwischen einige abgerissen worden, bis zum Jahresende sollen Hallen entfernt werden, in denen Asbest verbaut wurde. Die Kommandobunker werden derzeit noch genutzt: Einsatzkräfte der GSG 9 und anderer Polizeieinheiten trainieren dort, weshalb in Elmpt immer mal wieder Sprenggeräusche zu hören sind.

Bei der Vermarktung der Gewerbeflächen wollen die Entwicklungsgesellschaft für den Gewerbepark Elmpt (EGE), der Kreis Viersen, Wirtschaftsförderunggesellschaft des Kreises und Gemeinde angehören, mit der Bima kooperieren. Er blicke optimistisch in die Zukunft, erklärte Wassong – schließlich gebe es schon Interessenten, die Flächen ab zehn Hektar für eine Ansiedlung suchten.

Siedeln sich so viele Firmen in Elmpt an wie geplant, könnten dort 3000 bis 5000 Arbeitsplätze entstehen. Das werde Auswirkungen auf das gesamte Umland, den Kreis Viersen und das niederländische Grenzgebiet haben, so Wassong. Die Mitarbeiter benötigten Wohnraum, „dafür brauchen wir ein gemeinsames Konzept“.

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