Unternehmen Prangenberg & Zaum aus Viersen sprengt Hochhaus in Duisburg

Abbruch-Spezialisten aus Viersen : Viersener kennen sich mit Sprengungen aus

Das Unternehmen Prangenberg & Zaum brachte das Hochhaus in Duisburg-Hochheide zu Fall. Der Schutt wird nun weiterverarbeitet.

Die Erleichterung ist Bernd Zaum auch noch am Tag danach anzumerken. „Es hat alles reibungslos geklappt, eine schwere Last ist am Sonntagmittag von mir gefallen“, gesteht er. Er ist der Geschäftsführer des Familienunternehmens Prangenberg & Zaum. Die Abbruch-Spezialisten mit Hauptfirmensitz in Viersen und einem Neusser Büro haben sich laut seinen Angaben drei Jahre mit dem Abriss des „Weißen Riesen“ in Duisburg-Hochheide beschäftigt, mit der Sprengung selbst vier Monate. „Gesprengt worden ist dort letztendlich ein Rohbau. Wir haben das Gebäude total entkernt“, erklärt Zaum. So wurden allein 800 Tonnen Sperrmüll und 2500 Kilogramm Taubenkot entfernt.

290 Kilogramm Sprengstoff mussten für den „Fall“ des Hauses in 1450 Bohrlöcher gesteckt werden, in der sechsten und siebten Etage des 22-geschossigen Hochhauses wurde zusätzlich an 1650 Stellen Sprengstoff verteilt. Was übrig blieb: 48.000 Tonnen Bauschutt. Und die liegen nun da. „Den Bauschutt werden wir recyceln“, sagt Zaum. Auch das dauert, denn Gramm für Gramm wird das Material nun in speziellen Brecher-Anlagen zerkleinert und danach in den Landschaftspark, der dort entstehen soll, eingearbeitet. Heißt: Der „Weiße Riese“ kehrt irgendwie zurück oder bleibt am Ort, denn die Spezialmaschinen stehen dort bereits. „Wir wollten vermeiden, den Schutt mit Lkw hin- und herzufahren“, erklärt Zaum. Zehn bis zwölf Mitarbeiter des Unternehmens, so schätzt der Geschäftsführer, werden knapp vier Monate damit zu tun haben, den kompletten Schutt abzutragen. Während der Vorbereitungen zur Sprengung haben in Spitzenzeiten 75 Mitarbeiter von Prangenberg & Zaum in Duisburg-Hochheide gearbeitet, am Sonntag sogar 120, neben 660 Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Hilfsorganisationen.

Mit dem Abbruch des ersten Hochhauses ist die Arbeit in dem Duisburger Stadtteil aber noch nicht beendet. Denn es gibt noch fünf weitere, von denen allerdings nur zwei der Stadt gehören. „Für den Abbruch des zweiten laufen jetzt die Ausschreibungsverfahren“, sagt Bernd Zaum. Natürlich wird sich das Unternehmen auch dafür bewerben. „In zwei Monaten wird entschieden, wer den Auftrag bekommt“, so Zaum. Danach werde es sicher anderthalb Jahre dauern, bis ein Sprengmeister wieder auf den Knopf drücken kann. Und obwohl die Sprengung in Duisburg schon ein großer Auftrag für das Unternehmen war, der größte in der Firmengeschichte sei es nicht gewesen. „Das war bis jetzt der Abbruch der Kölner Messehallen, da, wo jetzt die RTL-Studios stehen“, sagt Zaum.

Deutschlandweit ist die Viersener Abbruch-Firma unterwegs, aber auch in der Schweiz oder Luxemburg waren die Spezialisten schon im Einsatz. In Neuss haben sie die Hallen des ehemaligen Neusser Traktorenwerks IHC dem Erdboden gleich gemacht. Auf den Knopf gedrückt hat am Sonntag kein Mitarbeiter von Prangenberg & Zaum, sondern ein Sprengmeister aus Thüringen. Für alle ein großer und spannender Moment, sagt Zaum.