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Viersen: Undichte Leitung in der Schimmel-Kita?

Viersen : Undichte Leitung in der Schimmel-Kita?

Sachverständiger untersucht die Bodenplatte in der geschlossenen Kita Am Steinkreis. Ergebnis liegt noch nicht vor.

Die Suche nach der Ursache für den Schimmel in der geschlossenen Viersener Kita Am Steinkreis geht in die nächste Runde. "Ein Bauwesensachverständiger hat jetzt im Gebäude eine Dichtheitsprüfung von Leitungen im Bereich des Bodenaufbaus durchgeführt", erklärte Ralf Lentzen, Leiter des Gebäudemanagements der Verwaltung, in der jüngsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz. Die CDU hatte bei Bürgermeister Günter Thönnessen einen entsprechenden (Zwischen-)Bericht im Fachausschuss gefordert.

Die Viersener Verwaltung stellt sich auf eine längere Schließung der erst im August eröffneten Kindertagesstätte Am Steinkreis ein. "Es ist weiterhin von einem Schimmelbefall im kompletten Gebäude auszugehen", hatte Dezernent Dr. Paul Schrömbges bereits in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses. "Wann die Kita wieder öffnet, ist ungewiss."

Schon während der Bauphase soll es vermehrt Probleme an dem Gebäude gegeben haben, dann funktionierte die Lüftung nicht richtig. Außerdem seien über Monate die Arbeiten an der Baustelle eingestellt, diese aber nicht ordnungsgemäß gegen Wettereinflüsse gesichert worden. Ersten Überlegungen, dass die Bodenplatte dadurch der Nässe ausgesetzt und deshalb Schaden genommen habe, widersprach Lentzen jetzt: "Durch Nässe von oben ist der Schimmel nicht entstanden. Der Estrich selbst ist nicht nass, der Schaden sitzt tiefer. Es kann dadurch jedoch sein, dass der Estrich schimmelbelastet ist." Ob dieser vielleicht komplett entfernt werden müsse, sei offen.

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Derzeit lässt die Verwaltung eine andere Variante überprüfen. So sind die (wasserführenden) Druckleitungen, die sich in der Bodenplatte befinden, kontrolliert worden. Lentzen: "Diese Druckleitungen sind dicht. Jetzt werden in einem zweiten Schritt die Abwasserleitungen untersucht. Wir wissen noch immer nicht genau, wo der Schimmel herkommt."

Kritische Fragen der Politik muss die Verwaltung in den kommenden Wochen beantworten: "Ich will wissen, wie die technische Begleitung des Baus von der Verwaltungsseite gewesen ist", so CDU-Ratsfrau Anne Bieler. Die Vorlage von "Dichtheitsprotokollen" bezüglich der jetzigen Überprüfung der Druckleitungen erwartet FürVIE-Ratsherr Olaf Fander: "Nach einer Rohbauabnahme muss ein solches Dichtheitsprotokoll vorliegen. Das Prüfprotokoll muss der Generalunternehmer bringen."

Die Verwaltung sieht diese Firma aus Baden-Würtemberg weiter in der Pflicht, der Stadt "einen funktionstüchtigen Kindergarten zu übergeben". Mehr als zwei Millionen Euro hat der Bau der Kita — die erst im August eröffnet wurde — gekostet. Eine (Rest-)Zahlung der Stadt von rund 200 000 Euro steht noch aus. "Wir stehen derzeit in einem offenen Dialog mit dem Generalunternehmer, dem die Messwerte auch zur Verfügung gestellt werden", so Lentzen.

Seit Oktober ist die als Passivhaus gebaute Kita wegen des Schimmelbefalls geschlossen.

(RP)