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Und wie reagiert die Konkurrenz auf den neuen Möbelhändler in Viersen?

Einkaufen in Viersen : Und wie reagiert die Konkurrenz?

Das „Trendwerk“ investiert eine sechsstellige Summe in den Umbau und stellt sich beim Warenangebot breiter auf.

Roman Foks kniet hinter rot-weißem Flatterband auf dem Boden im Erdgeschoss und löst mit einem Spachtel Klebereste vom Fußboden. Im „Trendwerk“ mit seinen knapp 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche wird schon seit Wochen umgebaut, voraussichtlich Anfang Oktober sollen die Arbeiten fertig sein, sagt Geschäftsführerin Anne Busch. Dann wird eine sechsstellige Summe in die größte Umgestaltung der Ausstellungsräume des Möbelhauses geflossen sein, das seit mehr als zehn Jahren seinen Sitz in Viersen an der Freiheitsstraße hat. „Wir machen einmal Komplett-Umbau“, sagt Busch.

Natürlich auch, weil jetzt mit Möbel Trösser ein neuer Player auf dem Viersener Markt ist. „Wir haben uns deshalb breiter aufgestellt“, erklärt die Chefin. Als das „Trendwerk“ vor elf Jahren in Viersen startete, hatte sich das Möbelhaus aufs Junge Wohnen spezialisiert. Jetzt sollen alle Altersklassen angesprochen werden. Denn anders als Trösser-Vorgänger Klinkhamels sei Trösser kein Komplett-Anbieter. In diese Lücke will das „Trendwerk“ vorstoßen. „Wir haben beispielsweise die Flächen für Polstermöbel deutlich erweitert“, sagt Busch, „und es gibt auch ein größeres Lederstudio; direkt daneben ein eigenes Sesselstudio“. Auch preislich ist das „Trendwerk“ nun breiter aufgestellt, wurde beispielsweise die Musterring-Kollektion „Set.One“ ins Angebot aufgenommen.

Geschäftsführerin Anne Busch in einem der neuen „Schauzimmer“, in denen sich der Kunde inspirieren lassen kann. Foto: Martin Röse

Der Komplett-Umbau sei aber auch dem Umstand geschuldet, dass sich das Kaufverhalten in den vergangenen Jahren geändert habe, erklärt die Geschäftsführerin. „Früher kamen die Kunden, um ein Möbelstück zu kaufen. Heute wollen sie sich im Geschäft auch inspirieren lassen, Wohnen ist viel individueller geworden, Beratung wichtiger.“

Deshalb gibt’s im „Trendwerk“ jetzt eigene Bereiche, in denen Wohnen gezeigt wird, ganze Zimmer eingerichtet sind. „Und plötzlich erkennt der Kunde: ,Mensch, das grüne Sofa sieht ja prima aus’“, sagt Katrin Busch, die gemeinsam mit ihrer Schwester die Geschäfte des „Trendwerk“ führt. Für jedes Zimmer gibt’s verschiedene Varianten: ein Wohnzimmer im Industrial Look, in der Landhaus-Version oder in den gerade angesagten Farbkombination aus Rosé und Gold. Daneben setzen die Geschäftsführerinnen auch auf Kollektionen, die individualisierbar sind; beispielsweise von der niederländischen Designer-Schmiede Xooon. Und auf Schrank- und Regalsysteme, die millimetergenau passend gemacht und in zahlreichen Farbtönen hergestellt werden können. Eine 3D-Planung hilft, sich das Ergebnis vorzustellen. „Die Ansprüche an den Markt sind durch Instagram & Co. deutlich höher geworden“, erklärt Anne Busch.

Wer seit Jahren im „Trendwerk“ einkauft, wird das Möbelhaus drinnen kaum noch wiedererkennen. Plötzlich findet sich im Eingangsbereich ein großer Bereich für Spiegel – die waren früher mitten in der Ausstellung zu finden. „Wir haben ganz neue Wegebeziehungen, und neue Mauern“, berichtet Busch. Zwei Dinge aber sind geblieben: die Boutique am Ausgang („Die haben wir erst Ende vergangenen Jahres modernisiert“, sagt Busch) – und die „Aktionshalle“ – für alle Schnäppchenjäger.