Neuer Fall von Tier-Quälerei in der Region: Unbekannte quälen Fische in Süchteln zu Tode

Neuer Fall von Tier-Quälerei in der Region : Unbekannte quälen Fische in Süchteln zu Tode

Auf einem Privatgrundstück in Süchteln hat ein Unbekannter offenbar Holzstücke an Karpfen festgebunden. Die Tiere sind dadurch langsam erstickt. Die Polizei nahm die Ermittlungen erst nach Tagen auf. Der betroffene Anwohner wurde jetzt selbst aktiv.

Den Handfeger will Michael Kaas nicht anfassen. Er liegt im Abfall auf seinem Grundstück, er glänzt ein wenig - es hängen noch die Schuppen eines Karpfens daran. Das Tier ist qualvoll verendet. Ein Unbekannter hat sich offenbar Zugang zum Grundstück von Michael Kaas am Anrather Weg in Süchteln verschafft.

Er hat einen Karpfen aus dem Wasser geholt, den Handfeger mit festem Klebeband an dem Fisch befestigt, ihn wieder ins Wasser gesetzt. Dort schwamm das Tier an der Oberfläche. "Als mein Mitarbeiter den Karpfen gefunden hat, waren die Kiemen und Schuppen ganz verschleimt. Wir wissen nicht, wie lange er schon mit dem Handfeger an der Wasseroberfläche getrieben hat", erzählt Kaas. Das Tier war nicht mehr lebensfähig.

Der Karpfen war bereits der dritte, der auf dem Grundstück von Kaas zu Tode gequält wurde. Vorher hatten ein Mitarbeiter von Michael Kaas und sein Sohn bereits zwei andere Tiere gefunden, an denen mit Klebeband grobe Holzscheite befestigt waren. Karpfen atmen beim Schwimmen durch die Kiemen. Können sie sich nicht richtig bewegen, verkleben die Atmungsorgane, die Tiere können ersticken. "Diese Fische sind brutal umgebracht worden", sagt ein Sprecher der Polizei. Kaas hat dort nach dem dritten Fall Anzeige erstattet.

Nun ermittelt auch die Polizei: wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Als Nächstes wolle ein Mitarbeiter der Polizei auf Kaas Grundstück Spuren sichern, erklärte der Polizeisprecher. "Vielleicht hat der Täter ja etwas zurückgelassen", sagt der Polizeisprecher. Ob ein solcher Gegenstand oder andere Spuren noch zu finden sind, ist unklar. Die Polizei hatte sich auch fünf Tage nach der Anzeige noch nicht bei Kaas gemeldet und das Grundstück nicht besichtigt.

Deshalb hat Kaas sich selbst beholfen. Er hat das Loch im Zaun, durch das der mutmaßliche Tierquäler eingestiegen ist, gestopft. Eine Kamera filmt nun den Teich. Auf die Videoüberwachung weisen auch Schilder außerhalb des Grundstücks hin. "Ich hoffe, dass dieser Mensch nie wieder kommt", sagt Kaas. Er selbst kann das Grundstück nicht beaufsichtigen, da er noch nicht dort wohnt. Der Inhaber des gleichnamigen Sanitärunternehmens hat es vor zehn Jahren gekauft und sich dort eine grüne Oase geschaffen. Demnächst will er dort bauen, das Haus steht aber noch nicht.

Dass jemand seine Fische gequält hat, um ihm zu schaden oder sich zu rächen, kann Kaas sich nicht vorstellen. "Ich würde blind sagen, dass ich keinen einzigen Feind habe", meint er. "Außerdem kenne ich niemanden, dem ich so etwas Grausames zutraue."

(RP)
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