Udo van Neer aus Viersen tritt für die FDP zur Europawahl an

Europawahl 2019 : Europawahl: Kandidat aus Viersen

Der Viersener FDP-Ratsherr Udo van Neer kandidiert auf einem ziemlich aussichtslosen Listenplatz fürs Europaparlament. Dennoch setzt er sich leidenschaftlich für die Euregio ein.

Sein Großvater war Niederländer, heiratete eine Deutsche, in Boisheim ließ sich das Paar nieder. „Die Menschen hier im Grenzland wissen schon lange, was sie an Europa haben“, sagt Udo van Neer. „Der Niederrheiner war immer Europäer.“ Der gebürtige Dülkener, seit 32 Jahren Mitglied der FDP, tritt am Sonntag bei der Europawahl an – auch wenn er weiß, dass er mit Listenplatz 53 ziemlich chancenlos ist. Darum aber geht’s ihm auch nicht.

„,Du musst nachdenken’, hat mir mein Großvater immer gesagt“, erklärt van Neer. „Mein Opa hat Hitler verabscheut. Vier Söhne hat er im Zweiten Weltkrieg verloren.“ Und mahnte seinen Enkel, nicht den Falschen zu vertrauen, denen mit den einfachen Antworten auf vielschichtige Fragen. Van Neer dachte nach und trat in die FDP ein – als Hans-Dietrich Genscher Außenminister war. Dass die AfD in den Umfragen vor der FDP liegt, treibt den 61-Jährigen um.

Van Neer weiß, wie stark gerade das Grenzland vom Binnenmarkt profitiert. Das Stadt- und Kreistagsmitglied ist seit vielen Jahren Europabeauftragter seiner Partei im Kreisverband und durchaus gut vernetzt in Brüssel und Straßburg. „Bei Arbeit, Wirtschaft, Infrastruktur und Verkehr müssen wir die Zusammenarbeit mit den Niederlanden ausbauen“, sagt er.

Bildung ist ihm wichtig. Er setzte sich dafür ein, dass an niederländischen Schulen im Grenzland Deutsch unterrichtet wird, fordert auch Niederländisch als Unterrichtsfach an den Schulen diesseits der Grenze. „Wenn die Leute in den Niederlanden studieren oder arbeiten gehen, sollten sie zumindest Grundkenntnisse haben.“ Hilfreich wäre auch ein einheitliches Rentensystem, findet der verheiratete, kinderlose Kaufmann, der in Interreg-Ausschüssen die Arbeit der Euregio Rhein-Maas-Nord mitbestimmt. Das will er gerne auch in Zukunft tun.

Und bei den „großen“ Themen der EU? „Wir brauchen eine einheitliche Verteidigung“, sagt Freidemokrat van Neer. „Und eine Stärkung der Außengrenzen.“

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