1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Udo Schiefner zum Vorsitzenden der SPD im Kreis Viersen wiedergewählt

Digitaler Parteitag der SPD im Kreis Viersen : Udo Schiefner führt die SPD im Kreis weiterhin

Beim digital ausgetragenen Kreisparteitag der SPD in Viersen wählten die Delegierten erstmals eine rein weibliche Stellvertretung.

Der Viersener SPD-Kreisverband hat am Wochenende bei einem digitalen Parteitag seinen Bundestagskandidaten Udo Schiefner mit knapp 97 Prozent erneut zum Vorsitzenden gewählt. Zugleich wählten die Delegierten deutlich mehr Frauen in den Parteivorstand als bisher – Schiefners drei Stellvertreter sind ausschließlich Stellvertreterinnen. Wegen technischer Probleme war zwischenzeitlich überlegt worden, den digitalen Parteitag abzubrechen.

87 Delegierte stimmten bei der Wahl für Schiefner, es gab drei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. Per Briefwahl muss das Ergebnis noch bestätigt werden. Schiefner bedankte sich bei den Genossinnen und Genossen. „Das eindeutige Ergebnis gibt Rückenwind für den Bundestagswahlkampf.“ Wie will er den führen? Schiefner, Vorsitzender des Maut-Untersuchungsausschusses, wird seine Erfahrungen im Politikbetrieb herausstreichen, kündigte er an. Seit acht Jahren ist der Kempener Mitglied des Deutschen Bundestages – so lang wie kein anderer Bewerber aus dem Kreis Viersen. Inhaltlich setzte er sich in seiner Rede beim Kreisparteitag insbesondere mit den Grünen auseinander. Die notwendigen Maßnahmen zum Klimaschutz dürften nicht zu sozialen Missständen führen, mahnte Schiefner. „Wenn eine Partei Ökologie und Ökonomie miteinander in Einklang bringen kann, dann ist es die SPD.“ Der Wahlkampf der SPD werde unter der Überschrift „Respekt“ geführt. „Der Respekt ist nämlich an vielen Stellen verloren gegangen in unserer Gesellschaft.“

  • Die designierte Kanzlerkandidatin und Co-Parteivorsitzende Annalena
    Auftakt des Grünen-Parteitags : Die Grünen dürfen nicht überziehen
  • Parteimitglieder von Bündnis 90/Die Grünen nehmen
    Zweiter Tag des Parteitags : Grünen-Spitze will 50 Euro mehr für Hartz-IV-Bezieher
  • Annalena Baerbock bei ihrer Rede auf
    Nach Baerbock-Rede : Ziemiak und Klingbeil kritisieren Wahlprogramm der Grünen

Im Parteivorstand kann sich Schiefner nun auf die Unterstützung von drei Frauen verlassen. Zu seinen Stellvertreterinnen wurden Annalena Rönsberg aus Viersen (87 Stimmen), Tanja Jansen aus Nettetal (72 Stimmen) und Silke Depta aus Tönisvorst (83 Stimmen) gewählt. „Das ist ein starkes Signal“, sagte Versammlungsleiter Michael Lambertz, betonte aber auch. „Sie wurden nicht gewählt, weil sie Frauen sind, sondern weil sie richtig gut sind.“

Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr landete die SPD im Kreistag erstmals auf dem dritten Platz, hinter CDU und Grünen. Der Fraktionsvorsitzende Hans Joachim Kremser kündigte an, dass sich die SPD-Fraktion „sehr stark sozialpolitisch“ engagieren werde. Bezahlbarer Wohnraum werde ein wichtiges Thema. „Wir müssen die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen noch deutlicher nach vorne bringen“, forderte Kremser. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es auch bei einer starken Kooperation von CDU und Grünen im Kreistag möglich sei, „einen deutlichen sozialdemokratischen Fußabdruck“ zu hinterlassen. Kritisch sah Kremser, dass der Kreistag pandemiebedingt derzeit nicht tagt. „Man hat den Eindruck, das ist dem Landrat nicht ganz unrecht. So kann Andreas Coenen seine Politik durchziehen, im Zweifel mit Dringlichkeitsbeschlüssen mit Hilfe der Grünen.“

(mrö)