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Kreis Viersen: Udo Schiefner will nach Berlin

Kreis Viersen : Udo Schiefner will nach Berlin

Die Wahlkreiskonferenz der SPD nominierte den Parteivorsitzenden erneut als Bundestagskandidaten im Kreis Viersen. Der 53-jährige Familienvater aus Kempen konzentriert sich auf Bildung, Familie und soziale Sicherung.

Udo Schiefner beschwört gerne sein Streben nach sozialer Gerechtigkeit. Für sie will er sich ab Herbst 2013 in Berlin einsetzen. Die erste Hürde auf dem Weg ins Parlament hat der SPD-Kreisvorsitzende genommen. Die Wahlkreiskonferenz nominierte ihn erneut zum Bundestagskandidaten.

89,4 Prozent der Stimmen erhielt Schiefner in der Viersener Generatorenhalle. Von 100 Delegierten aus neun Ortsvereinen fehlten allerdings 15. Für den Kempener stimmten 76, gegen ihn sprachen sich sechs Delegierte aus, drei enthielten sich. Schiefner erntete stürmischen Beifall, die Rede wurde oft von Applaus unterbrochen. Dabei hatte er Themen meist nur angerissen. Auf die direkte Konfrontation mit dem politischen Gegner, vor allem mit dem CDU-Abgeordneten Uwe Schummer, verzichtete Schiefner. Das komme aber noch, beruhigte er die Genossen.

Der Leiter des Qualitätsmanagements der Mönchengladbacher Oettinger-Brauerei setzt auf seine Verwurzelung als gebürtiger St. Huberter im Kreis. Er betont, dass er kein Hochschulabsolvent ist, der direkt in die Berufspolitik eingestiegen ist. So fordert er, dass der "Wert von Arbeit" wieder anerkannt werde. Das Recht auf Lebensqualität müsse ein Regierungsziel werden. Er wisse, was Arbeit sei und kenne die Situation der Betriebe und Mitarbeiter "nicht aus wissenschaftlichen Gutachten oder gut inszenierten Betriebsbesichtigungen".

Schiefner sieht den sozialen Frieden gefährdet, weil der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht ausreichend gefördert werde. "Der Kreis Viersen ist nicht die heile Welt, weil wir ein ländlicher Raum sind", sagt der 53-Jährige. Auch hier litten Menschen unter dem Fehlen von Mindestlöhnen, auch hier gebe es keine gleichen Aufstiegschancen und gleichen Löhne für Männer und Frauen. Gerade im ländlichen Raum müssten Bedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf durchgesetzt werden. Auch auf dem Land seien immer mehr Menschen von Altersarmut bedroht.

Schiefner fordert daher die Einführung der Bürgerversicherung. "Sie ist die einzige Alternative für den Erhalt der sozialen Systeme", sagte er, und ein Schutz vor Altersarmut. Keine "Gleichmacherei, aber gleiche Chancen für alle in der Bildung" hat er sich auf die Fahnen geschrieben. "Weder die Herkunft noch der Geldbeutel von Eltern darf darüber entscheiden."

Schiefner warf "konservativen Kräften" vor, die Herkunft von Menschen als Maßstab ihrer Chancen zu pflegen. Schiefner will den Rechtsanspruch der Betreuung "vom ersten Tag der Geburt an", er fordert die Ausweitung der Beitragsfreiheit in Kindertagesstätten. Das Geld wolle er vom "bescheuerten" Kinderbetreuungsgesetz holen. Und er fordert eine Ausbildungsgarantie.

(RP)