Brüggen: Turbulenzen im Pfarrhaus

Brüggen: Turbulenzen im Pfarrhaus

Sieben Vorstellungen des Schwanks "... kommt von irgendwo ein Lichtlein her" zeigt der Theaterverein "Einigkeit" Alst in diesen Tagen – alle sind ausverkauft. Für den Zusatztermin gibt es noch Karten.

"Stellen sie bitte das Rauchen ein. Machen Sie die Handys aus, die können bei unserem dynamischen Spiel kaputtgehen", warnte schmunzelnd Regisseur Bruno Schüttler vom Theaterverein "Einigkeit" Alst die Gäste im vollen Saal von Optenplatz. Den aktions- und witzreichen Schwank in vier Akten von Thomas Hafen, "…kommt von irgendwo ein Lichtlein her", erwartete das Publikum voller Spannung.

Viele kommen schon seit Jahren zu den beliebten Einigkeit-Aufführungen. Die Geschichte spielte natürlich in Alst – in der guten Stube des Pfarrhauses. Dafür hatte der Regisseur gesorgt, der den Schwank aus dem Schwäbischen übersetzte. Pfarrer Buck (Michael Houben) und sein Küster Jakob Cüsters (Rolf Hamacher) verlieren beim Kartenspiel 13 000 Euro. Das Kollekten-Geld von sieben Jahren war für die Renovierung des Altarbildes bestimmt – die emsige Pfarrhaushälterin Kunigunde (Rosi Schmitz) hatte es zu eifrig mit Scheuermilch poliert. Vor allem darf die kluge Küstertochter Magda (Linda Reuter) nichts merken.

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In dieser prekären Situation taucht aus heiterem Himmel der arme Landstreicher, Kerzendreher und Kunstmaler Valentin (Willi Czaja) auf. Als Buck erfährt, dass der angefragte Maler und Klosterbruder Ambrosius mit 104 Jahren nicht mehr malt, ist die Lösung in Sicht. Malerin Iris (Rosi André) stiftet die Farben und aus Valentin wird der erwartete Pater Ambrosius. Er will das Bild malen, obwohl er von Religion keine Ahnung hat. Vorsorglich erkundigt er sich bei der Briefträgerin Maxi (Sabine Busch), die ihre Kinder schneller austrägt als ihre Briefe, wer alles bei der Kreuzigung dabei war. Während Buck auf dem Jakobsweg pilgert, schafft Valentin ein unverwechselbares Altarbild, auf dem einige Dorfbewohner verewigt sind.

Nebenbei vertritt er den Pfarrer als Seelsorger, hört sich im Beichtstuhl Geschichten an und verwendet Schmieröl für die letzte Ölung. Das sind nicht die einzigen Probleme, die der Pfarrer bei seiner Rückkehr am Hals hat – im Dorf geht es turbulent zu. Zwischendurch taucht Kommissar Bärwein (Simon Kremers) aus Nettetal auf: Er sucht den Landstreicher, der dem Sternenwirt in Brüggen angeblich 13 000 Euro gestohlen haben soll. Da ist die Nachricht vom Tode des richtigen Bruder Ambrosius ein Zeichen für Valentin zu gehen, bevor seine Tarnung auffliegt. "Doch wenn du glaubst, es geht nicht mehr" – diesem Spruch und dem Titel des Schwank gemäß wandelt sich das Verwirrspiel schließlich doch noch zum Guten – für Alst sogar sehr, denn mit dem bewundernswerten, ganz speziellen Altarbild könnte sich das Dorf glatt zum Wallfahrtsort mausern.

(RP)