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Trotz Corona: Sterberate ging im März im Kreis Viersen zurück

Corona im Kreis Viersen : Trotz Corona: Sterberate ging im März im Kreis Viersen zurück

Neue Daten des Statistischen Landesamtes NRW belegen: Im vergangenen Monat starben im Kreis Viersen 325 Menschen. Das sind zehn weniger als im Vorjahresmonat, trotz Corona. Eine Einordnung.

Seit Dienstag liegen erste Vergleichszahlen zur Sterblichkeit seit Beginn der Corona-Pandemie vor. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes NRW starben im März 2020 im Kreis Viersen insgesamt 325 Personen. Von ihnen waren laut Kreisgesundheitsamt vier Männer und Frauen mit Sars-CoV-2 infiziert. Erstaunlich: Gegenüber den Vorjahresmonaten ist die Zahl der Gestorbenen in diesem Jahr rückläufig – trotz der Corona-Pandemie.

„Einzelne Monate aus einer fortlaufenden Statistik herauszugreifen, ist wenig aussagekräftig“, sagt Birgit Bornhofen, stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. Am Dienstag meldete der Kreis, dass ein weiterer mit dem neuartigen Coronavirus infizierter Mensch gestorben ist – das 29. Opfer ist  eine 91-jährige Viersenerin. „Wir wollen Maßnahmen einleiten, um die Zahl der verstorbenen Menschen so gering wie möglich zu halten“, erklärt Bornhofen. „Deshalb unternehmen wir große Anstrengungen, durch Testungen in den Seniorenheimen weitere Ausbrüche frühzeitig einzudämmen – und damit insbesondere die Risikogruppen zu schützen.“ Der Anstieg der Fallzahlen sei derzeit generell nicht so stark. Bornhofen: „Das kann sich aber durch die Lockerungen auch schnell wieder ändern.“ Absehbar an den Zahlen ist das aber erst in einigen Tagen – weil die Inkubationszeit bis zu 14 Tage dauern kann und zunächst die Testergebnisse vorliegen müssen.

Die Stadt Mönchengladbach unterscheidet in ihrer Statistik zwischen „an“ Covid-19 und „mit“ Sars-CoV-2-infizierten Todesfällen. Warum wird diese Unterscheidung im Kreis Viersen nicht getroffen? „Wir ermitteln die Todesursache anhand der Angaben aus den Totenscheinen“, erklärt Bornhofen. „Wenn dort zum Beispiel CoViD-19-Pneumonie angegeben ist, ist es eindeutig ein Todesfall an CoViD-19.“ Natürlich seien unter der Verstorbenen, die ja oft hochbetagt und geschwächt sind, Personen, die vielleicht auch bei einer anderen Infektion verstorben wären, so die stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes.

Jeden Tag veröffentlicht der Kreis die neuen Infiziertenzahlen. Valide statistische Schlüsse ließen sich aus ihnen nicht ziehen, betont Bornhofen.  „Aufgrund der Dunkelziffer ist eine Interpretation der reinen Daten nur bedingt aussagekräftig“, sagt sie. „Auch, wenn wir viele Anstrengungen unternehmen, um durch viele Tests – insbesondere in der Risikogruppe – diese Dunkelziffer so gering wie möglich zu halten.“ Viel wichtiger seien aber die Menschen hinter den statistischen Zahlen – der persönliche Kontakt der Mitarbeiter aus dem Gesundheitsamt zu den Erkrankten und deren Kontaktpersonen. „Durch unser intensives Fall- und Kontaktmanagement schaffen wir es, Personen, die Symptome entwickeln, frühzeitig zu isolieren und gezielt Maßnahmen zur Eindämmung des Virus einzuleiten.“

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden dem Kreis Viersen 605 infizierte Personen gemeldet. Davon sind aktuell noch 185 Menschen infiziert, 391 gelten als genesen. 29 Menschen sind gestorben. In Krankenhäusern befinden sich aktuell 21 Personen, 184 Kontaktpersonen sind in häuslicher Isolierung. Die bestätigten Fälle verteilen sich auf die Städte und Gemeinden im Westkreis Viersen wie folgt: Brüggen 17 Fälle (elf Genesene), Nettetal 41 (34 Genesene, zwei Tote), Niederkrüchten 88 (72 Genesene, zehn Tote), Schwalmtal 21 (15 Genesene, ein Toter), Viersen 105 (63 Genesene, fünf Tote).