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Treffen der Kulturen im Kolibri

Plauderrunde : Integration am Grill im Brachter Jugendtreff

Bei einer Plauderrunde vertiefen Geflüchtete durch Gespräche mit Deutschen ihre Sprachkenntnisse. Nun trafen sie sich zu einem gemeinsamen Grillen im Kolibri

Zum ersten Mal hat sich die Montags-Plauderrunde im Innenhof des Brachter Jugendtreffs Kolibri zum Grillen getroffen. In der Runde leisten Brüggener Integrationshilfe, indem sie mit Menschen anderer Nationen Deutsch sprechen. Gekocht haben sie schon gemeinsam, kurdisch etwa. „Fremdländische Küche kennenzulernen, hat auch etwas mit Kultur zu tun“, meinte Mit-Initiator René Bongartz.

Nun stand also gemeinsames Grillen auf dem Programm: Während die Männer am Grill standen, sorgten die Frauen dafür, dass jeder etwas auf den Teller bekam. Alle haben dazu beigetragen: Ein großes buntes Salatbüffet war in einem unteren Raum des Kolibris aufgebaut: mit Pikantem und Herzhaftem, Kräuterbutter, Aufstrich, Fladen und selbstgebackenem Stangenbrot. „Das ist ein syrischer Salat, der ist superscharf“, sagte die Organisatorin Claudia Henkel, „der besteht aus Petersilie, Zwiebeln und kleingeschnittenen Chilischoten.“ Die syrischen Freunde brachten Kebab für alle mit, die afghanischen Landsleute jede Menge Hähnchen. 40 Personen, davon alleine 20 Jungen und Mädchen, ließen sich Gegrilltes und Salat bei kühlen Getränken in fröhlicher Runde schmecken. „Junis, du siehst aber gruselig aus“, sagte Bongartz zu einem kleinen Junge mit einem Tretroller. Der Knirps hat sich sein Gesicht schminken lassen. Bei Claudia Henkel, die auch in der Freizeit gerne malt, standen die Kinder Schlange, um sich fantasiereiche Bilder mit Schminke auf Arme und Gesicht auflegen zu lassen. Die Leute, die an diesem Nachmittag hier zusammen saßen, aßen und erzählten, waren Geflüchtete.

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Abdullah, der in seinem Land als Straßenbau-Ingenieur tätig war, zog genüsslich an seiner Wasserpfeife: Ihm gefällt’s. Alle 14 Tage montags kommen Flüchtlinge und Deutsche im Kolibri zwischen 16 und 18 Uhr zusammen zur Plauderrunde. „Es kommen Geflüchtete der ersten Stunde bis hin zu Leuten, die relativ neu sind“, sagte Bongartz. Die Integrationshelfer stellten den Slogan auf: „Deutsch lernen alleine reicht nicht, man muss es auch sprechen“. Sie fertigten Flyer in sechs Sprachen an, die sie in den Unterkünften der Flüchtlinge auslegten. „Meine Kommunikation läuft über die Whats-App-Gruppe ab“, erzählte Claudia Henkel.

Dabei verfolgen die Initiatoren die Idee: „Sprache lernen durch Sprechen.“ Auch Mirza ist noch gekommen: Der 24-Jährige will bei einem ortsansässigen Dachdecker seine Ausbildung beginnen. Zurzeit macht er für ein Jahr eine Eingliederungs-Qualifizierung, mit drei Tagen Praktikum und zwei Tagen Deutschunterricht.

(off)