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Schwalmtal: Trauer um Reinhold Schulz, einen vorbildlichen Bürgermeister

Schwalmtal : Trauer um Reinhold Schulz, einen vorbildlichen Bürgermeister

Sein Kampfgeist, der ihm im Leistungssport so oft zum Erfolg verholfen hatte, obsiegte am Ende nicht. Reinhold Schulz, seit 2004 Bürgermeister in Schwalmtal, hat den Kampf gegen seine schwere Krankheit verloren.

Am Freitag war der 61-Jährige, liebevoll umsorgt von seiner Familie, zu Hause in Dilkrath gestorben. Der Bevölkerung wird er stets als "Bürgermeister zum Anfassen" in Erinnerung bleiben.

 Dem Möhnenansturm konnte Schulz nie widerstehen. Für ein Bützchen gab er stets rasch den Rathausschlüssel ab.
Dem Möhnenansturm konnte Schulz nie widerstehen. Für ein Bützchen gab er stets rasch den Rathausschlüssel ab. Foto: Busch, Franz-Heinrich (bsen)

Anfang 2012 schien er auf dem Wege der Genesung

Zu Beginn des Jahres 2012 hatte es noch so ausgesehen, als sei der ein Jahr zuvor erkrankte Verwaltungschef auf dem Weg der Genesung. Schulz nahm, wenn auch sichtlich geschwächt, am Neujahrsempfang teil und verlieh den von ihm 2004 ins Leben gerufenen und stets aus eigener Tasche bezahlten Förderpreis für ehrenamtliches Engagement. Die Gäste, die zum Empfang gekommen waren, applaudierten minutenlang. Der Beifall kam von Herzen — viele Wochen hatten die Schwalmtaler ihren Bürgermeister, ihren Schützenbruder, ihren Freund vermisst und sich Sorgen um ihn gemacht.

Schulz kehrte auch wieder an seinen Schreibtisch im Rathaus zurück — wenn auch nur für wenige Tage. Die Krankheit war stärker. Für diejenigen, die im Rathaus dieses Fehlen des Bürgermeisters aufzufangen versuchten, gab es immer wieder viel Lob, auch für Schulz' Stellvertreter Kurt van de Flierdt und Klaudia Foest, die plötzlich viel mehr Aufgaben übernehmen mussten, als sie stellvertretende Bürgermeister normalerweise haben. Schwalmtal versuchte, vorübergehend ohne Bürgermeister zurechtzukommen.

2013: Warten, Hoffen, Beten auf seine Rückkehr

Man wartete auf Schulz' Rückkehr, hoffte, betete. Im Juni 2013 teilte die Gemeindeverwaltung schließlich mit, dass Schulz zum Ende der Wahlperiode des Rates 2014 zurücktreten werde. Die Entscheidung sei Schulz nicht leichtgefallen, sagte Bernd Gather, der eng mit Schulz in Kontakt stand, im Juni. Und er richtete Wünsche von Schulz aus: Er wünsche allen Bürgern und der Gemeinde für die Zukunft alles Gute.

Schulz liebte seine Arbeit, die er von der Pike auf gelernt hatte. Seine Verwaltungslehre begann der gebürtige Amerner 1970 in der nach der kommunalen Neugliederung neu entstandenen Gemeinde Schwalmtal. Nach Fachhochschulreife und Studium zum Diplom-Verwaltungswirt übernahm er 1981 Führungsaufgaben im Rathaus, zunächst als Sachbearbeiter im Amt für Organisation und Allgemeine Verwaltung, später als stellvertretender Amtsleiter und ab 1991 als Abteilungsleiter. Schulz' Devise "Die Verwaltung ist für den Bürger da und nicht umgekehrt" fand ihren Niederschlag in der Einrichtung des Bürgerservice-Büros. Diese zentrale Anlaufstelle für den Bürger ebnete den Weg für eine schlankere Verwaltung, die mit größerer Effizienz arbeitet — auch dies ein Verdienst von Reinhold Schulz.

Beisetzung am 25. Januar

Die notwendige Fitness für seine Aufgaben erlangte der begeisterte Läufer durch den Sport: viele Jahre als landesweit erfolgreicher Langstreckenläufer, später als Fußballer, Landesliga-Schiedsrichter und Schiedsrichter-Ausbilder. 2004 kandidierte der Vater zweier Töchter erstmals für das Amt des Bürgermeisters. Schulz, der seit 1970 CDU-Mitglied war, erhielt mit 66,9 Prozent der Stimmen ein überzeugendes Votum, das er bei seiner Wiederwahl im Jahr 2009 mit 67,8 Prozent noch übertraf.

Der Dilkrather blieb bei allem Erfolg bescheiden. Er engagierte sich in seiner Freizeit für seine Heimatpfarre, das Rote Kreuz und die St.-Gertrudis-Bruderschaft Dilkrath, für die er 2002 mit Ehefrau Marianne als Majestät aufzog.

Die Auferstehungsfeier beginnt am Samstag, 25. Januar, um 9 Uhr in der Kirche St. Michael in Waldniel. Anschließend findet die Beisetzung auf dem Dilkrather Friedhof statt.

(RP)