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Trauer in Brüggen um Ehrenbürger Wildor Hollmann

Sportwissenschaftler aus Brüggen ist Corona-Opfer : Trauer um Ehrenbürger Wildor Hollmann

Mit 96 ist am Donnerstag Wildor Hollmann gestorben. Er gilt als einer der bekanntesten und führenden Sportmediziner und Sportmedizinwissenschaftler. Schon als Zwölf-Jähriger wollte er Arzt werden.

Wildor Hollmann hat viel erreicht in seinem beruflichen Leben. Dafür sind seine Titel Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. ein deutliches Zeichen, in Deutschland ist er der wohl bedeutendste Sportmediziner der Gegenwart und genießt auch international höchstes Ansehen. Doch nicht alleine sein unglaubliches Fachwissen hat ihn zu einer Koryphäe werden lassen, auch seine empathische und stets launige Art, mit der er bis ins hohe Alter die Menschen bei Vorträgen und Vorlesungen an seinen Erkenntnissen teilhaben ließ, kam stets extrem gut an. Auch dank einer stets positiven Lebenseinstellung wurde er stolze 96 Jahre alt, am Donnerstag starb er an den Folgen einer Corona-Infektion nach einem erfüllten Leben. Die Nachricht von seinem Tod löste sowohl in seiner Geburtsstadt Menden als auch in seinem Wohnort Brüggen, in beiden Kommunen war er Ehrenbürger, große Bestürzung aus. Brüggens Bürgermeister Frank Gellen (CDU) würdigte Hollmann nicht nur wegen seiner herausragenden Verdienste um den Sport, sondern schätzte ihn auch persönlich für sein sympathisches, zurückhaltenden Auftreten und bewunderte seine geistige Beweglichkeit bis ins hohe Alter: „Mit ihm verliert die Gemeinde einen ihrer bekanntesten und bedeutendsten Bürger“, sagt er. Die Basis für seinen Ruhm legte Wildor Hollmann nach dem 2. Weltkrieg mit einem Medizinstudium, später habilitierte er für das Fach Sportmedizin. 1958 gründete er das Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln in Verbindung mit der Medizinischen Universitätsklinik Köln. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand bis zuletzt die Bedeutung von körperlicher Aktivität für Gesundheit und Leistungsförderung. Später war Hollmann auch für 14 Jahre Rektor der Sporthochschule, wurde etwa auch zum Präsidenten des Deutschen Sportärztebundes und Weltverbandes für Sportmedizin gewählt, erhielt vielfältige Ehrentitel, das Schulterband zum Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und die höchste Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft, die Paracelsus-Medaille. Anfang 2020 widmete ihm die Sporthochschule sogar eine Dauerausstellung.

ben-/busch-//Archivfoto: lasser

(ben/busch-)