Brüggen To(rt)ur für Radler

Brüggen · Die Radwege rund um Brüggen sind in einem schlechten Zustand. Seit rund 40 Jahren wurden sie nur provisorisch ausgebessert. Der Gemeinderat will sich nun beim Landesstraßenbaubetrieb für eine Komplettsanierung einsetzen.

 Erwin Nasarzewski (links) und Hans Pawert zeigen, wie tief die Schlaglöcher auf den Radwegen sind. Hier sind es rund 12 Zentimeter.

Erwin Nasarzewski (links) und Hans Pawert zeigen, wie tief die Schlaglöcher auf den Radwegen sind. Hier sind es rund 12 Zentimeter.

Foto: Busch

Erwin Nasarzewski und Hans Pawert fahren jeden Donnerstag Fahrrad. Die beiden Senioren sind Mitglieder im Brüggener Radlertreff, der einmal in der Woche zu seinen Radtouren rund um Brüggen aufbricht. "Manchmal fahren wir bis zu 50 Kilometer weit", erzählt Nasarzewski. Doch auf manchen Strecken wird das Radfahren selbst für die sportlichen Rentner zur Belastung.

"Die Radwege rund um Brüggen sind in einem katastrophalen Zustand", meint Nasarzewski, der sich seit Jahren für eine Sanierung der rund 40 Jahre alten Wege einsetzt. "Wenn man den Radweg nach Swalmen nimmt, merkt man, dass die Wege in Holland in deutlich besserem Zustand sind", sagt er. Ganz ohne zu lachen fügt er hinzu: "Wenn ich in Holland Erdbeeren kaufe, habe ich bei der Ankunft in Brüggen Marmelade im Korb." Große Schlaglöcher und durch Baumwurzeln angehobener Asphalt machen die Radtour zur Ruckeltour.

Viele Anfragen ohne Ergebnis

An den schlimmsten Stellen hat der Landesbetrieb Straßenbau NRW den Asphalt abgetragen und mit einer Lehmschicht aufgefüllt, so dass man wechselweise auf Asphalt oder auf Lehm fährt. "Das kann doch nicht die Lösung sein", sagt Pawert. Zumal die Fahrt auf dem Lehm bei Regenwetter auch schnell zur Rutschpartie wird. Hinzu kommt, dass die Radwege so schmal sind, dass es bei Gegenverkehr leicht zu Unfällen kommt.

An den Bürgermeister der Gemeinde, an den Landtagsabgeordneten Christian Weisbrich und sogar an den Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz haben sich die Radler schon gewandt. Ohne Ergebnis. "Die Antwort war immer, es sei kein Geld da. Wenn überhaupt eine Antwort kam", beklagt sich Nasarzweski, der selber 34 Jahre lang im Brüggener Rat saß.

Die Fahrradfreunde Pawert und Nasarzewski sehen die Prioritäten falsch gesetzt. "Einerseits heißt es immer, die Leute sollen vom Auto aufs Fahrrad umsteigen. Aber dann wird nichts für die Radfahrer getan", beschwert sich Nasarzewski. Landesstraßenbaubetrieb Straßen NRW bekam er im Jahr 2008 die Mitteilung, die Radwege würden im Jahr 2011 saniert. "Also habe ich im vergangenen Jahr noch einmal schriftlich nachgehakt, aber da kam keine Antwort", erzählt Nasarzewski.

Mit gutem Beispiel voran geht aus Sicht von Nasarzewski die Gemeinde Brüggen. "An den Radwegen innerhalb Brüggens wurde in den letzten Jahren viel getan, die sind in einem top Zustand", sagt er. Vor zwei Wochen hat der Brüggener Radlertreff eine Liste mit 66 Unterschriften beim Rat eingereicht und die Gemeinde gebeten, sich bei Straßen NRW für eine grundlegende Erneuerung der Radwege rund um Brüggen einzusetzen. Der Rat hat dem einhellig zugestimmt. "Wir hoffen, dass sich nun endlich was tut", sagt Pawert.

(RP/rl)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort