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Tierpfleger will im Outback verletzte Tiere retten

Engagement für Australien : Im Outback verletzte Tiere retten

Lukas Triller, Tierpfleger im Natur- und Tierpark Brüggen, wird für drei Wochen nach Australien fliegen. Dort will er mit Tierrettern nach verletzten Kängurus suchen.

Das wird eine Herausforderung in Australien: Lukas Triller (28) ist ausgebildeter Tierpfleger mit der Fachrichtung Zoo, arbeitet seit Mai im Natur- und Tierpark. Ehrenamtlich engagiert er sich bei der Leverkusener Dogman Tierhilfe, hat deshalb die Chance, mit der Animal Disaster Response Germany für drei Wochen in das von Buschbränden getroffene Australien zu fliegen.

„Eigentlich wollte ich mich um die heimischen Tiere kümmern. Aber jetzt ist Australien dringender“, meint Triller. Mehr als eine Milliarde Tiere sollen dort laut WWF umgekommen sein.

Er habe selbst erst spät mitbekommen, wie viel Land verbrannt ist und wie viele Tiere dabei umkamen oder verletzt wurden. Eine erste Gruppe ist bereits „down under“, mit der zweiten wird jetzt Lukas Triller am 4. März reisen. Zunächst wird er in einer Känguru-Auffangstation einer Deutschen helfen. „Die Auffangstationen sind mehr als überfüllt, standen teilweise selbst in Brand, müssen wiederaufgebaut werden. Dort muss angepackt werden“, sagt der Tierpfleger bei so einem Einsatz dürfe man nicht zimperlich sein.

„Da kommen sicher harte Momente, die man erst mal verdauen muss“, meint Helga Kerren, Chefin vom Natur- und Tierpark Brüggen. Sofort hat das Ehepaar Kerren zugesagt,  Lukas Triller für drei Wochen freizustellen, einen Lohnausfall muss er nicht befürchten. „Das ist doch das Mindeste. Wir können es uns nicht vorstellen, was da jetzt für ein Elend entstanden ist“, sagt Kerren traurig.

Geplant sei in Australien auch, in Wäldern nach Tieren zu suchen, ein sogenannter Black-Walk. „Wenn wir ein totes Känguru-Weibchen finden, muss der Beutel kontrolliert werden. Darin könnte noch Nachwuchs überlebt haben“, sagt Triller. Diese Babys müssten  per Hand aufgezogen werden. Von der ersten Gruppe habe er schon viele Infos erhalten, etwa zur Behandlung von Kängerus. Außerdem habe er viel über Australien und die dortige Tierwelt zur Vorbereitung gelesen, sagt der Tierpfleger.

Zunächst fliegt Triller nach Abu Dhabi, dann weiter nach Sydney. In Canberra ist er in einem Hotel untergebracht, von dort wird er Stationen besuchen und teils auch dort übernachten, um unnötige Wege zu vermeiden. Eine Kontaktperson vor Ort wird ihm und zwei Helfern zur Seite stehen. „Grundsätzlich gilt: Wer ins Outback fährt, ist auf sich gestellt, da ist alles auf eigene Gefahr“, hat Triller erfahren. „Wir haben die Grundkenntnisse zur Suche nach und Hilfe für Tiere. Ohne Fachkenntnisse würde ich den Leuten da unten nur kostbare Zeit kosten.“

Für ihn werde es sicher auch „Oh wie süß“-Momente‘ geben. Aber er weiß, dass auch schwere Entscheidungen, etwa bei zu erlösenden Tieren, zu treffen sein werden. „Das oberste Gebot ist immer, zum Wohle des Tieres zu handeln. Als Tierpfleger habe ich gelernt, Ersthelfer bei Tieren zu sein und ich bin auch mit sterbenden Tieren vertraut“, sagt er.