Theaterpremiere in Nettetal Das Drama einer Familie in all seinen Facetten

Nettetal · Der Theater-Klassiker „Ein Inspektor kommt“ stellt Fragen nach Schuld, Verantwortung und sozialen Unwuchten. Das Theater unterm Dach bringt das Stück von Priestley sechsmal auf die Bühne im Pavillon. Die Premiere ist bereits ausverkauft.

 Das Theater unterm Dach probt das soziale Drama „Ein Inspektor kommt“.

Das Theater unterm Dach probt das soziale Drama „Ein Inspektor kommt“.

Foto: Uli Rentzsch

Wer ist eigentlich dieser Inspektor Goole? Und was hat es mit dem Selbstmord einer gewissen Eva Smith auf sich? Ist das überhaupt ihr richtiger Name? Und wie ist die Familie Birling in diese Zusammenhänge verstrickt? Diese Fragen werden sich die Zuschauerinnen und Zuschauer des Theater unterm Dach (TuD) stellen, wenn vom 26. bis 28. April und vom 3. bis 5. Mai im Pavillon am Werner-Jaeger-Gymnasium in Lobberich das Stück „Ein Inspektor kommt“ aufgeführt wird. Ob sie Antworten finden, soll natürlich nicht verraten werden. Denn Frederic Derendorf, der bei diesem Stück Regie führt, will die Spannung hochhalten.

„Ein Inspektor kommt“ stammt aus der Feder von John Boynton Priestley, geschrieben 1944/1945, kurz danach uraufgeführt in Moskau, später dann in London. Das Theater unterm Dach hat entschieden, das soziale Drama auf die Bühne des 85 Plätze fassenden Pavillons zu bringen. Unterschiede in den gesellschaftlichen Klassen, die Stellung der Frau oder auch die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen - die Themen, die das Stück bis heute relevant machen, sind tiefschichtig und nicht mit einem Wort zu greifen.

„Ein Klassiker am Theater“, bestätigt Derendorf. Und: Nach den eher komödiantischen Stücken sollte nun wieder ein ernsteres Werk aufgeführt werden. Denn auf die unterschiedlichste Weise stehen wohl alle Beteiligten in Verbindung mit dem Selbstmord der jungen Dame. „Vorsicht, Abgrund“, will das Publikum noch zurufen, hält aber inne, weil jeder wissen will, ob es nicht noch einen tieferen Abgrund zu ergründen gibt.

„Wenn man eine moralische Botschaft finden, dann die Frage, welche Auswirkungen das eigene Handeln auf andere haben kann“, sagt Fabian Matussek (Bühnenbild). Und das soll dem Publikum auch mit der Kunst des Schauspiels vermittelt werden. „Aufgrund der langen Geschichte unseres Theaters haben wir den Anspruch an uns selbst, dass wir das auch können“, sagt Frederik Derendorf.

Zum Ensemble für den „Inspektor“ gehören Axel Dammer, Wybke Reuther, Monique Kaiser, Erik Tretbar, Frederik Derendorf, der auch die Regie führt, Nahla Ayebe und Carina Dahmen. Das Bühnenbild liegt in den Händen von Fabian Matussek. Aufgeführt wird das Stück am Freitag, 26., Samstag, 27. und Sonntag, 28. April, am Freitag, 3. und Samstag, 4. Mai, jeweils ab 20 Uhr, im Pavillon am Werner Jaeger-Gymnasium, Zugang über die Wevelinghover Straße. Einen zuätzlichen Termin gibt es am Sonntag, 5. Mai. Karten sind erhältlich (zwölf Euro, ermäßigt acht Euro) in der Buchhandlung Matussek, Marktstraße 13 in Lobberich, Telefon 02153 916430.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort