Theater in der Tenne zeigt ein turbulentes Mörder-Spiel

Aufführungen n Schwalmtal-Lüttelforst : Ein turbulentes Mörder-Spiel

Die Laiengruppe des „Theaters in der Tenne“ zeigte bei der Premiere von „Ein verhängnisvolles Wochenende“ Komik und Spannung. Es gibt noch Karten.

Die eingespielte Melodie zu Beginn lässt aufhorchen. Assoziiert sie doch den Auftritt des Chefermittlers Barnaby nach Mord und Totschlag. Nicht im pittoresken Midsomer, aber im malerischen Lüttelforst erzählt das Theaterprojekt „Theater in der Tenne“ mit der Komödie „Ein verhängnisvolles Wochenende – Murder by Sex“ von mörderischen Energien.

Die Scheune des Bauerncafés Bolten ist zur Premiere ausverkauft, als Horst Laufs als Bernie ein dramatisches Zeichen setzt. Zum theatralischen Lebewohl setzt er eine Pistole an die Schläfe. Dann aber platzt Andrea Balsam als energische Ehefrau Nicole in die Szene. Der Auftakt entpuppt sich als Bernies Versuch, den Gefühlswelten seiner Romanfiguren nachzuspüren. Laufs gibt amüsant den sich verkannt fühlenden Künstler, der mit Auftauchen des verführerischen Edel-Callgirls Angie (in Doppelbesetzung Iris Schiller und Corina Peiffer) in Bedrängnis gerät.

Das Spiel um Lebenswirklichkeit und Gedankenspiel ist Einstieg in turbulente Vermischungen von sichtbaren und falsch gedeuteten Ereignissen. Hinreißend witzig und sympathisch mimt Charlotte Kaufmann die Rolle der Tante Dot im Widerspruch dessen, was sie sieht und was nicht.

Im herzlichen Schlussapplaus gilt ihr ein dicker Sonderbeifall. In der Originalvorlage zum Stück ist der von Bernies Tochter Polly (Doro Remmert) umgarnte Assistenzarzt Sebastian blutjung. Um einige Semester älter als sein Alter Ego bürstet Peter Mucko seinen Part mit gelassener Selbstironie gegen den Strich. Auch Monika Wiedemann spielte ihre Rolle amüsant und füllte sie mit Leben. (In einer früheren Version des Artikel fehlee dieser Hinweis. Die Redaktion). Das gesamte Ensemble des Laientheaters mimt den Handlungsverlauf rund um Versteckspiel und Auflösung mit Spielfreude und Improvisation.

Der technische Leiter der Laienspielgruppe, Hermann-Josef Bonsels, ist nach der Premiere glücklich, dass sich die intensive Probenarbeit der vergangenen Wochen gelohnt hat. Auch bei diesem Theaterprojekt sind Regie und Bühnenbild eine Koproduktion der Gruppe. Warum Wolfgang Lennartz eine weitgehend stumme Rolle hat, soll nun nicht verraten werden.

Info Weitere Aufführungen: Freitag, 13., Samtag, 14., und Sonntag, 15. September, Beginn ist jeweils 18.30 Uhr.

(anw)
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