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Testkapazitäten im Corona-Untersuchungszentrum für den Kreis Viersen werden eng

Corona im Kreis Viersen : Testkapazitäten im CUZ werden eng

Innerhalb von zwei Wochen hat sich im Corona-Untersuchungszentrum die Zahl der Testungen mehr als verdoppelt. Jetzt werden die Kapazitäten eng. Die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes appelliert deshalb an die Bevölkerung.

Mit einem eindringlichen Appell wendet sich die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes an die Bewohner des Kreises Viersen: Menschen, die positiv aufs neuartige Coronavirus getestet wurden, sollen auf einen zweiten Test verzichten.

Hintergrund: „Viele Labore stoßen bereits an ihre Grenzen“, erklärt Barbara Nieters, die Leiterin des Gesundheitsamtes. „Menschen, die sich erneut testen lassen, beanspruchen Kapazitäten, die wir an anderer Stelle dringend benötigen.“ Innerhalb der vergangenen zwei Wochen hat sich die Zahl der Testungen im Corona-Untersuchungszentrum der Kassenärztlichen Vereinigung für den Kreis Viersen mehr als verdoppelt. Wurden in Woche vom 12. bis 18. Oktober 447 Corona-Tests in dem feuerroten Container in Viersen durchgeführt, waren es in der Woche vom 26. Oktober bis 1. November bereits 968 Tests. Von einer ähnlichen Entwicklung berichten auch niedergelassene Ärzte, die in ihren Praxen aufs Coronavirus testen. 

 Die Zahl der Tests ist deutlich angestiegen.
Die Zahl der Tests ist deutlich angestiegen. Foto: Schnettler

Der Kreis Viersen wies am Donnerstag ausdrücklich darauf hin, dass ein zweiter Test nach der Quarantänezeit nicht notwendig sei. „Außerdem führt ein zweiter Test oft zu unnötigen Irritationen – da der Befund weiterhin schwach positiv sein kann, obwohl die Personen nicht mehr infektiös sind“, so Nieters. Der Kreis bat daher sowohl Infizierte als auch Arbeitgeber, von einer zweiten Testung abzusehen.

In sechs Gruppen werden die Leute eingeteilt, die Corona-Untersuchungszentrum in Kempen getestet werden: Personen mit Covid-19-Symptomen wie Husten oder Fieber, Personen mit der Meldung der Corona-Warn-App „erhöhtes Risiko“, dann Reiserückkehrer, Kita-und Schulmitarbeiter, Personen, die vom Gesundheitsamt aufgefordert wurden, einen Test zu machen, sowie die Gruppe der Selbstzahler. 

Ein negatives Testergebnis sei nicht Voraussetzung für ein Ende der Quarantäne, betonte eine Kreissprecherin. Nach Empfehlung des Robert-Koch-Instituts gelten alle als genesen, die zehn Tage in Quarantäne verbracht haben und zwei Tage symptomfrei sind. Bei Personen, die auch nach den zehn Tagen noch Symptome aufweisen, ist die Quarantänezeit beendet, wenn sie auf zwei hintereinander folgenden Tagen symptomfrei sind.

Am Donnerstag sank die Zahl der Neu-Infizierten in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner – der sogenannte Inzidenz-Wert – erstmals leicht; von 146 auf 145. Dem Kreis wurden insgesamt 61 neue Infektionen mit dem Coronavirus bekannt. Aktuell gelten damit 624 Personen im Kreis Viersen als infiziert. 685 Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Isolierung.

29 Covid-Erkrankte wurden am Donnerstag stationär in den Krankenhäusern im Kreis Viersen behandelt, davon befanden sich zehn auf Intensivstationen. Acht von ihnen mussten beatmet werden.

Wie der Kreis mitteilte, gab es in zwei Schulen und zwei Kindertagesstätten neue Infektionen. Betroffen sind die Kita St. Nikolaus in Brüggen (eine Person) sowie die Kita Nettetopia in Nettetal (drei Personen, damit erhöht sich die Zahl der Infizierten auf vier). Jeweils eine positiv getestete Person gibt es an der Martinschule in Viersen-Süchteln sowie an der Gottfried-Kricker-Grundschule in Willich.

Die Zahlen im Einzelnen: Brüggen: Aktuell 31 Infizierte (+1), Nettetal: 166 Infizierte (keine Veränderung gegenüber Mittwoch), Niederkrüchten: 27 (+2), Schwalmtal: 31 (keine Veränderung), Viersen: 157 (+10), Grefrath: 24 (+1),  Kempen: 57 (+1), Tönisvorst: 35 (+1), Willich: 96 (keine Veränderung).