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Tanzschule Behneke setzt während der Corona-Krise auf Online-Training

Tanzen in Viersen : Tanzstunde für zu Hause

Wegen der Corona-Krise kann die Tanzschule Behneke derzeit in ihren Sälen keine Kurse anbieten. Stattdessen drehen die Tanzlehrer jetzt regelmäßig Videos und veröffentlichen sie im Internet.

Seit Sonntag ist die Tanzschule Behneke in Viersen geschlossen. Das Risiko, dass sich unter den hunderten Tanzschülern das Corona-Virus ausbreiten könnte, ist zu hoch. Leere Säle, keine Musik, Tanzlehrer, die ihr Wissen nicht weitergeben können: „Es ist gruselig“, sagt Inhaber Michael Behneke. „Wir leben ja davon, dass die Leute zu uns kommen, dass sie bei uns Spaß haben“, ergänzt der 36-Jährige. Und das Tanzen lebe von dieser Atmosphäre in der Schule, von der Gemeinschaft – „all das bricht uns jetzt weg“. Um mit seinen Kunden dennoch in Kontakt zu bleiben, bietet Behneke nun auf seinem Youtube-Kanal Videos an. Auch, wer nicht Kunde ist, kann sich einen Teil der Trainingsfilme frei verfügbar anschauen und zu Hause mittanzen.

Für Behneke ist es derzeit besonders wichtig, dass er seine Kunden hält. Nicht nur, weil sie seine Schule beleben: Er braucht die Kursgebühren, die sie zahlen. Nach aktuellem Stand muss der 36-Jährige seine Schule bis zum 19. April geschlossen halten, damit kommt er finanziell klar. „Aber wenn die Zeitspanne länger wird, ist das ein Risiko für die eigene Existenz“, sagt er und ergänzt: „Ans Portmonee geht’s jetzt schon.“ Denn nicht nur der Trainingsbetrieb ist eingestellt, auch die Einnahmen aus der nun geschlossenen Gastronomie fallen weg. Das bedeute jedoch nicht, dass sein Team und er jetzt untätig seien: „Wir haben in dieser Woche 14-Stunden-Tage gehabt, um uns mit den ersten Videos eine Grundlage zu schaffen.“

Bisher haben die Tanztrainer – Behnekes Team besteht aus sechs Personen – bereits rund 40 Videos vorproduziert. Pro Video mit zehn bis etwa 30 Minuten Länge braucht das Team rund eine Stunde Vorbereitung, 30 Minuten Drehzeit, 45 Minuten Schnitt, knapp drei Stunden für die weitere Nachbearbeitung, rechnet Behneke vor. Seine Schule sei nicht die einzige, die nun online Videos veröffentliche betont er, viele andere machten das auch. So hat zum Beispiel auch die Viersener Tanzschule Fauth einen Youtube-Kanal, auf dem nun regelmäßig frei verfügbar Trainingsvideos veröffentlicht werden.

Behneke hat sein Angebot aufgeteilt: Ein Drittel der Videos, jene mit dem Zusatz „Tanzendes Sofa“, sind ohne Eingabe eines Passworts abrufbar. Bis Mitte der kommenden Woche sollen es etwa 15 Videos sein. „Wir versuchen, eine Tanzstunde nach Hause zu bringen. Wir bedienen jede Sparte, die wir auch in der Tanzschule bedienen“, sagt Behneke. So gibt es bisher zum Beispiel einen Trainingsfilm zum Line Dance, einen zu Breakdance, einen anderen zu Ballett, eine Choreostunde für Teenager und eine Stunde für „Windelrocker U3“. Dass ein Teil der Videos mit einem Passwort geschützt ist, liege daran, dass darin Musik läuft, die nicht gebührenfrei öffentlich gespielt werden dürfe, erläutert Behneke. Wer Zugang erhalten wolle, könne mit der Tanzschule Kontakt aufnehmen.

Für die kommende Woche plant der Tanzschul-Inhaber übrigens noch, zusätzlich zu den Videos Training in einem Livestream anzubieten: „Weil uns das Feedback der Kunden einfach fehlt.“

(naf)