Kolumne meine Kulturwoche: Tam-Tam in Viersen, Comedy-Nachwuchs in Nettetal

Kolumne meine Kulturwoche: Tam-Tam in Viersen, Comedy-Nachwuchs in Nettetal

Große Namen, renommierte Musiker, Nachwuchs-Talente. Das Grenzland bietet eine Kulturvielfalt, die sich sehen lassen kann. Diese Woche kommen Martin Grubinger und Peter Lüpertz nach Viersen. Aber auch Gitarrentage und Comedy-Nacht machen das Grenzland bekannt — über seine Grenzen hinaus.

Große Namen, renommierte Musiker, Nachwuchs-Talente. Das Grenzland bietet eine Kulturvielfalt, die sich sehen lassen kann. Diese Woche kommen Martin Grubinger und Markus Lüpertz nach Viersen. Aber auch Gitarrentage und Comedy-Nacht machen das Grenzland bekannt — über seine Grenzen hinaus.

Kultur lebt von großen Namen, aber auch von Nischen und Sparten. Der Kalender der kommenden Woche zeigt, dass das Grenzland keine kulturelle Diaspora ist. Im Gegenteil Die Woche beginnt mit einem Paukenschlag. Der österreichische Perkussionist Martin Grubinger trommelt heute begleitet von der Dresdner Philharmonie in der ausverkauften Viersener Festhalle. Eine außergewöhnliche Kombination mit einem nicht-alltäglichen Konzertprogramm. Auf der Playlist stehen Beethovens eher selten gespielte Sinfonie Nr. 4, eine Komposition von John Psathas und "Sieidi", ein Werk des Finnen Kalevi Aho für Schlagzeug und Orchester.

Sieidi bedeutet in der Sprache der Samen ein besonders geformter Stein, Berg oder Ort, der als Kultstätte betrachtet wird. Die Natur-Mystik hat der Komponist in die Musik übertragen und mit afrikanischen und arabischen Rhythmen verwoben. Das Stück beginnt mit einem Dialog zwischen einer afrikanischen Bechertrommel und der Bass-Trommel des Orchesters. Es folgt eine Weltreise auf Rhythmus-Instrumenten — Darabuka, Marimbaphon, Tempelblöcke, Tam-Tam und Trommel — bis Grubinger mit den zarten Tönen der Djembe das Stück ausklingen lässt. Der Schlagzeug-Virtuose hat mit der Dresdener Philharmonie einen exzellenten und klangstarken Partner an seiner Seite: das Orchester ist mit 116 Planstellen besetzt.

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Zugegeben das ist ein Gastspiel. Es gibt aber auch Kulturschaffende vor Ort, die das Leben durch ihr Engagement bunt und Viersen über die Grenzen hinaus bekannt machen. Etwa durch ein kleines feines Fast-Schon-Festival. Dazu gehören im siebten Jahr die Gitarrentage, die Timo Brauwers organisiert: Drei Abende am Gereonsplatz — von Freitag, 20., bis Sonntag, 22. April, jeweils ab 19 Uhr — stehen im Zeichen der akustischen Gitarre. Die Musiker stehen im Rampenlicht meist nicht an vorderster Stelle, aber in der Szene sind sie bekannt: Kosho — mit ganzem Namen Peter Koschorreck — ist Mitglied der Söhne Mannheims; der Neusser Berufsmusiker Udo Klopke hat schon Seal bei einer Probe vertreten; Petteri Sariola ist ein international bekannter Fingerstyle-Virtuose mit Millionen Zuschauern auf Youtube.

Andere Disziplin, aber ebenfalls Eigenregie: die Kunsthalle in Viersen. Am Samstag eröffnet sie an der Süchtelner Straße eine Ausstellung mit Ölbildern von Junior Toscanelli. Zur Eröffnung kommt der Maler und Kunstprofessor Markus Lüpertz, um die Ausstellung seines Meisterschülers mit zu eröffnen.

Noch eine andere Disziplin: die Nettetaler Comedy-Nacht. Sie geht am Freitag, 20. April, 20 Uhr, in die zehnte Runde und ist bereits ausverkauft. Drei Comedy-Nachwuchs-Stars sind in der Werner-Jaeger-Halle zu sehen. Neben Bastian Bielendorfer sind das C. Heiland und Tahnee.

(Saja)