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Viersen: Tagesmutter gesucht

Viersen : Tagesmutter gesucht

Es ist ein Angebot parallel zu den Kitas: 111 Kinder werden in Viersen von 38 Tagesmüttern und einem Tagesvater betreut. "Wir brauchen mehr Menschen, die sich in der Tagespflege engagieren", sagt Christa Sachs vom Jugendamt.

Es ist ein Spagat, dem das Viersener Jugendamt ausgesetzt ist: Immer mehr Eltern suchen nach qualifizierten Betreuungsangeboten für ihre Kinder, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können. Neben den Kitas bietet das Jugendamt deshalb auch die sogenannte Kindertagespflege an. Pflegemütter oder -väter — geprüft, qualifiziert und geschult — leisten hier ein vor allem auch zeitlich interessantes (Zusatz-)Angebot zum klassischen Kindergarten.

111 Kinder werden in Viersen derzeit von 38 Tagesmüttern und einem Tagesvater betreut. "Mit Blick auf die gesetzlichen Bestimmungen und wegen der Nachfrage brauchen wir bis 2013 weitere 30 Personen in der Kindertagespflege", sagt Christa Sachs, Diplom-Sozialarbeiterin beim städtischen Jugendamt.

Doch nicht jeder ist für diesen "Job" geeignet. "Wichtig sind eine Ausbildung, außerdem muss die häusliche Situation stimmen", beschreibt Sachs den Rahmen. In beiden Fällen hilft das Jugendamt. Am Anfang steht die Pflegeerlaubnis, die nach erfolgreicher Qualifizierung von der Behörde ausgestellt wird. Hierfür muss ein Grundkursus von 80 Stunden absolviert werden, ein weiterer gleichlanger Aufbaukursus ist ratsam.

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Nach der Absolvierung der Grundqualifikation wird die Pflegeerlaubnis befristet auf zwei Jahre und für maximal zwei Kinder erteilt. "Die Kindertagespflege selbst findet im Haushalt der Tagesmutter oder des Tagesvaters statt", so Christa Sachs. "Die Betreuung ist individuell, flexibel und familiär ausgerichtet."

Wichtig für mögliche Bewerber: Das Jugendamt lässt die Tageseltern nicht allein. Informationen und Beratung gibt es bei allen Fragen, fachliche Begleitung und regelmäßige Kontakte sind selbstverständlich. Und auch bei der Ausstattung wird geholfen. "Es gibt Fördermittel von der Bundesregierung, die über das Land verteilt werden", ergänzt die 59-jährige Diplom-Sozialarbeiterin.

Vermittelt werden die Tagespflegekinder durch das Jugendamt. "Neben den Betreuungszeiten muss vor allem die ,Chemie' zwischen Pflegekraft, Eltern und dem Kind stimmen", so Sachs. Auch diese Erstgespräche werden vom Jugendamt arrangiert. Die Dauer der täglichen Betreuungszeit hängt von den individuellen Bedingungen ab.

Auch finanziell kann der Job als Tagesmutter lukrativ sein. Bis zu 1350 Euro werden zum Beispiel für die Betreuung von einem Schul- und einem Kita-Kind bei einer Ganz- und einer Halbtagsbetreuung gezahlt. Sachs: "Ein weiterer Vorteil für die Tagesmütter ist, dass die Kinder quasi ein Teil der Familie sind und sich in bestehende Abläufe integrieren lassen."

Hier geht es zur Infostrecke: Das müssen Tagesmütter wissen

(RP)