Tag der Zahngesundheit im Museum Mensch und Jagd in der Burg Brüggen

Aktionstag in Brüggen : Wie sich die Tiere die Zähne putzen

Zum Tag der Zahngesundheit erkundeten Grundschüler das Museum Mensch und Jagd in der Burg Brüggen. Dort erfuhren sie, wie Wildtiere ihre Beißerchen rein halten – und was sie damit alles fressen können.

Staunend blicken Albi (10), Jana (9), Oskar (9) und Elias (8) auf das große Gebiss eines Löwen. „Die Beißkraft des Löwen ist siebenmal stärker als die des Menschen“, erklärt Anja Doebrick von der Zahnarztpraxis Thaler in Brüggen. Erstmals haben die Mitarbeiter der Praxis und der Burggemeinde gemeinsam einen Erlebnis-Parcours für Kinder zusammengestellt, der sie zum Tag der Zahngesundheit durch das Museum Mensch und Jagd in der Burg Brüggen führt. Jungen und Mädchen der Kreuzherrenschule erfahren nicht nur, wie groß die Zähne verschiedener Wildtiere sind, sondern auch, wie es um die Zahnpflege bei den Tieren bestellt ist.

An zehn Stationen lernen die Dritt- und Viertklässler eine Menge über die Zahngesundheit bei Mensch und Tier. „Das ist natürlich viel spannender als in der Praxis“, sagt Zahnarzt Ulrich Thaler. In kleinen Gruppen erkunden die Viertklässler das Museum – und entdecken an jeder Ecke etwas Neues. An den Stationen sitzen Mitarbeiter der Praxis, die in der Prophylaxe tätig sind, also vorbeugend dabei helfen, dass Karies und andere Zahnprobleme gar nicht erst entstehen.

Für die Kinder besonders aufregend ist das Schwarz-Weiß-Theater: Hinter einem Vorhang sehen die Kinder Gegenstände, die mit einer Phosphor-Tinktur eingestrichen wurden – ebenso wie die Zähne der Kinder. Der neunjährige Hendrik ist begeistert: „Das war lustig! Alles hat geleuchtet, auch meine Zähne!“

An der Station „Vergangenheit“ lernen die Kinder etwas über einen Vorfahren des heutigen Menschen, über den „homo erectus“. „Der ,homo erectus’ brauchte einen viel kräftigeren Kieferknochen als wir heute“, erklärt Bärbel Weinmann, Leiterin des Museums Mensch und Jagd. Die Kinder in der Gruppe der „vier Leoparden“ wissen, warum das so ist: „Wir essen heute ja nicht mehr so hartes Fleisch!“

An der „Friedhofsstation“ müssen die Kinder den einzelnen Gebissen das richtige Tier zuordnen. Bei den Zähnen der Wildtiere entdecken sie große Unterschiede. „An dem Gebiss erkennt man, was das Tier isst“, erklärt Weinmann.

Spannend für die Grundschüler ist auch die Station „Afrika“: „Die Krokodile haben eine besondere Zahnputz-Technik“, erläutert Doebrick. „Sie haben kleine Helfer: Vögel, die ihnen die Zähne putzen.“ Auch das Gebiss des Löwen fasziniert die Kinder. Denn der Löwe kaut seine Nahrung nicht – deshalb braucht er auch keine besondere Zahnpflege.

Weitere große Tiere sehen die Kinder an der „Unterwasser“-Station: Die Zähne des Walrosses können ein Meter lang werden. Das Alter des Pottwals kann man an den Ringen der Zähne erkennen. Die Kinder hören aufmerksam zu und können am Ende fast immer die Fragen an den einzelnen Stationen beantworten. Für die Klasse mit den meisten richtigen Antworten gibt es einen Preis.

Neben den Zähnen der Tiere spielt auch das Gebiss des Menschen an diesem Tag eine große Rolle. Durch ein Experiment können die Kinder sehen, was passiert, wenn sie ihre Zähne nicht ordentlich pflegen. „Wenn keine Schutzschicht auf den Zähnen ist, dann können sie abblättern“, hat Sophia (9) gelernt.

Die verschiedenen Zahntypen können die Schüler an einer Station selbst testen. Zum Probieren gibt es Möhren, Rosinen und Brot. Die Gruppe der „schnellen Füchse“ ist sich sofort sicher, dass Menschen mit Schneidezähnen die Möhren, mit den Backenzähnen die Rosinen und mit den Eckzähnen das Brot bearbeiten.

Von der Aktion im Jagdmuseum, die in diesem Jahr zum ersten Mal zum Tag der Zahngesundheit stattfand, sind nicht nur die Kinder begeistert. Auch Zahnarzt Thaler freut sich, wie viele Jungen und Mädchen mitmachen: „Durch die Effekte lernen die Kinder viel intensiver.“

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