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Tag der Architektur in Viersen

Viersen : Neubau und historische Fabrik

Am landesweiten Tag der Architektur stellen Architekten und Bauherren neue und erneuerte Bauten in Viersen vor. Auch Objekte, die sonst nicht von innen gezeigt werden, stehen für Besucher am Samstag und Sonntag offen.

Architekten und Bauherren stellen Samstag, 23., und Sonntag, 24. Juni, neue und erneuerte Bauten vor. Der Tag der Architektur findet wie jährlich am letzten vollständigen Juniwochenende statt und findet in allen Bundesländern statt. Das Programm organisieren die jeweiligen Architektenkammern der Bundesländer. In Viersen stehen folgende Bauten zur Besichtigung: Goetersfabrik, Torhaus Nord in der  Gartensiedlung Viersen, ein erweitertes Wohnhaus und der Neubau einer Wohnanlage des Gemeinnützigen Bauvereins Süchteln eG. „Architektur bleibt“ ist der diesjährige Tag der Architektur überschrieben. Landesweit laden Bauherren und Architekten zum Austausch ein, um neue und erneuerte Bauten vorzustellen. Auch die Viersener Objekte bieten ein breites Spektrum.

Wohnhaus Feldt Das Haus im naturnahen Wohngebiet Ninive 19 ist in der Grundsubstanz ein typisches Siedlungshaus aus den 1950er Jahren. Es wurde komplett saniert und erweitert unter Beibehaltung der Grundstruktur. Am Tag der Architektur kann das Wohnhaus als eines von insgesamt vier Objekten in Viersen besichtigt werden.  Das Einfamilienhaus Feldt steht beispielhaft für Sanierung, Modernisierung und Neuzuordnung.  „Die Grundstruktur wurde erhalten, die Funktionen aber wurden für eine Familie mit zwei Kindern verändert“, erklärt Architekt Gregor Dewey vom Büro Dewey und Blohm-Schröder, die das Projekt mit dem Projektarchitekten Patrick Reinartz aus dem eigenen Büro umsetzte. Der Altbau wurde energetisch saniert, die Räume neu zugeordnet und modernisiert. Wohn- und Gästebereich mit Teilen der Küche wurden in den gestreckten, eingeschossigen Anbau verlegt. Der ist ein Holzskelettbau, der sich über große Scheibenglasflächen in den Garten öffnet, zur Straße aber geschlossener ist. Dewey: „Es war ein intensiver Austausch mit der Bauherrin und eine schöne Zusammenarbeit.“

Ninive 19, Viersen

Wohnanlage Süchteln Der Neubau der Wohnanlage wurde ebenfalls durch das Büro mit dem Projektarchitekten Reinartz verfasst. Standort ist eine ehemalige Gewerbefläche im Ortskern von Süchteln. Das höhengestaffelte Mietwohnhaus bietet acht großzügig angelegte Zwei- und Dreiraumwohnungen für acht Parteien junger wie auch älterer Bewohner. „Die Einheiten sind für kleinere Gruppierungen gedacht, maximal für Paare mit einem Kind“, sagt dazu Dewey. Die Bauweise ist offen, mit viel Licht und modern bei hohem technischen Standard mit Solaranlagen. Durch die gewählte Bauweise, speziell durch das massive Betondach, bietet das Gebäude optimalen Sommerwärmeschutz und Schallschutz.  Die großzügige Aufzuganlage ermöglicht Liegendfahrten sowie den Transport größerer Gegenstände. Terrassen, Loggien und Gartenanteile sind barrierefrei  und nach Süden ausgerichtet.

Heidweg 9, Süchteln

Torhaus Nord Das Architekturbüro Martin Breidenbach ist Entwurfsverfasser und Bauherr zugleich. Das Gebäude bietet 500 Quadratmeter Wohnraum für ambulant betreutes Wohnen von elf jungen Menschen mit Mehrfachbehinderung. „Gelobt werden die Lichtverhältnisse und die Raumführung sowie die warme Ausstrahlung,“ sagt Cornelia Breidenbach. „Das Tor ist als Zugang gedacht. Das Torhaus Süd auf der anderen Seite ist in Projektierung und wird über eine Brücke angebunden,“ sagt Architekt Martin Breidenbach.  Der Holzrahmenbau ist dreistöckig, mit Massivholzdecken und weit auskragenden Terrassen. Im Erdgeschoss entsteht ein kleines Ladenprojekt: Es ist bestimmt für die Nahversorgung der Bewohner und der Gartensiedlung. Auf der Dachterrasse stehen zwei Penthäuser. Das kleinere soll vermietet, das größere verkauft werden. Das Gebäude ist noch nicht fertiggestellt, darf aber trotzdem vorgestellt werden. Üblicherweise werde das Gebäude nicht von innen gezeigt, zum Anlass am Wochenende gebe es aber ausnahmsweise die Möglichkeit, sagt Breidenbach.

Jakob-Engels-Straße 2–4, Süchteln

Goetersfabrik Das 1992 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude ist im Zuge des Aufschwungs der hiesigen Textilindustrie im 19. Jahrhundert entstanden. Zu Anfangszeiten der Fabrik war  ein Hauptgebäude mit Baumwollspinnerei vorgesehen, das hinter vorgestreckten, schmalen und langen Lagerräumen versteckt war. 1896 wurde der Betrieb umfangreich erweitert: Der Spinnsaal wurde um mehr als das doppelte vergrößert. Es kamen ein neues Maschinenhaus, eine Schlosserei, ein Batteur-Gebäude mit Staubturm und ein Kesselhaus mit Schornstein  hinzu.

Zwischen 2014 und 2017 wurde das Fabrikgebäude saniert und  umfunktioniert: Hier entstanden elf neue Lofts mit einer Fläche von jeweils 90 bis 200 Quadratmetern. Entwurfsverfasser ist Architekt Thomas Walta vom Aachener Büro Wehmöller Walta Architekten.

Ringstraße 5, Südstadt Viersen.