Süchteln:Ein Gottesdienst für Motorradfahrer

Gottesdienst für Motorradfahrer in Süchteln: „Möge die Straße uns zusammenführen“

Ein Gottesdienst speziell für Motorradfahrer – dieses Angebot haben über 50 Biker am Wochenende angenommen. Die Kollekte wurde in einem Motorradhelm gesammelt – danach ging’s auf die Straße.

Die Sonne lachte über Süchteln, als die Seniorengruppe „Miteinander-Füreinander Süchteln“ gemeinsam mit der katholischen Pfarre St. Clemens und der evangelischen Gemeinde Süchteln zu einem ökumenischen Motorrad-Gottesdienst einluden. Der katholische Pfarrer Michael Schlößer und der evangelische Pfarrer Axel Stein hatten ihren gemeinsamen Gottesdienst unter das Thema „Den Himmel im Visier“ gestellt und sowohl in ihrer Predigt als auch in den Liedern, die der Gospel-Chor der evangelischen Kirche unter Leitung von Friedrich Stahl am Weberhaus sang, immer wieder betont, wie wichtig für uns Menschen die Wege sind, die zu Gott führen.

„Fahre nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann“, lautete ein zweites Thema und dass dies eingehalten wurde, dafür sorgten die beiden Dorfsheriffs Waldemar Preuß und Ralph Eßer. „Wir sind vor allem hier, um den Bikern zu zeigen, dass für ihre Sicherheit gesorgt wird. Wir werden die Kreuzungen, die sie bei der Ausfahrt überqueren, für den übrigen Verkehr sperren“, erklärte der Bezirksbeamte Eßer.

Auch die Senioren hatten Helfer im Einsatz. Insgesamt 43 Biker hatten sich eingefunden, aus Süchteln, Viersen und Nettetal-Hinsbeck. Sie alle sangen mit ihren Frauen zusammen „Lobe den Herren“ und sprachen ein etwas geändertes Glaubensbekenntnis wie „Ich glaube, dass ich nie allein bin, Gott ist bei mir. Er ist mein Vater. Er hat alles gemacht. Auch mich.“

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Nach dem letzten Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“ und einer Helmkollekte zugunsten des evangelischen Jugendzentrums „Evve“ begrüßte Lucki Hollweck, der Koordinator der Süchtelner Senioren Miteinander-Füreinander, die Gäste, die rund um den Weberbrunnen standen. Dann schickte er die Fahrer nach einem gemeinsamen Vaterunser auf die rund 140 Kilometer lange Strecke, die Wolfgang Haake ausgedacht hat und auch anführte gemeinsam mit Ilona und Moped Manni. Da ging es zunächst nach Kalkar, wo eine Kaffeepause gemacht wurde und Xanten, Aldekerk und Kempen bis nach Grefrath, wo der Abschluss nach reibungsloser Fahrt auf dem Flugplatz Niershorst gefeiert wurde.

Mit ihnen fuhr auch Pfarrer Axel Stein: „Ich fahre gerne Motorrad, doch normalerweise habe ich keine Zeit für die Gruppenausfahrten. So bin ich heute gerne mitgefahren.“ Die einzige Frau in der Truppe war Petra Waßmann, die von ihrer Freundin auf dieses Event aufmerksam gemacht wurde. „Es war ziemlich anstrengend“, fand die 64-jährige Viersenerin, „aber ich bin mit Freuden mitgefahren.“

Alle hörten dann interessiert dem Süchtelner Shanty-Chor zu, der unter Leitung von Axel Büsch von „Über uns der blaue Himmel‘“ bis „La Paloma“ bekannte Seemannslieder vortrug. Auch gegen den Krach der Flugzeuge kamen die 35 Sänger an und verabschiedeten sich nach einer Stunde und herzlichem Beifall mit einer Zugabe: „My bony is over the ocean“.

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