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Viersen: Süchteln: Bauwut oder Einsicht?

Viersen : Süchteln: Bauwut oder Einsicht?

Dass die Süchtelner ihr Städtchen im Grünen lieben und auch möchten, dass es so bleibt, zeigt sich deutlich anhand der Unterschriftenliste der Interessengemeinschaft "Süchteln soll Stadt im Grünen bleiben".

454 Unterschriften von Bürgern bekunden, dass sie sich gegen die städtebauliche Planung an der Andreasstraße/Butschenweg in Süchteln aussprechen. Der Plan sieht zwischen den beiden Straßen den Bau von 75 bis 80 Häusern vor.

"Wir haben die Unterschriftsliste im Vorzimmer bei Viersens Bürgermeister Günter Thönnessen abgegeben und warten nun auf eine Reaktion", sagt Willi Irmen von der Interessengemeinschaft bei deren aktueller Sitzung.

Die Süchtelner sprechen sich gegen eine Bebauung aus, weil sie einen weiteren irrevasiblen Verlust von Grünland nicht hinnehmen wollen. Schon bei der ersten Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft Ende April wurde deutlich, dass das Interesse sich gegen eine Bebauung einzusetzen groß ist.

Der Verlust von einem weiteren Stück Natur ist es dabei aber nicht alleine. Die Bürger sorgen sich um die Verkehrsführung durch das Nadelöhr Butschenweg und können auch nicht verstehen, warum überhaupt gebaut werden soll, wo es derzeit überhaupt keinen aktuellen Bedarf gibt. Zudem beeinträchtigt das Vorhaben die Wasserschutzfunktion der Niersaue als Überschwemmungsgebiet und Sickerfläche bei Starkregen.

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"Die Versickerungsfrage ist noch lange nicht geklärt", bemerkt Irmen. Dass hier wirklich Probleme auftreten könnten zeigt das neue Gutachten, das sich mit der Bodenversickerung beschäftigt. Aufgrund des neuen Gutachtens muss die bislang bestehende Planung nochmals überdacht werden.

Das geplante Zweifachsystem von Kanal und Oberflächenbeckenversicherung funktioniert nicht. Das Wasser muss durch mehrere Systeme abgeleitet und der Kanal an der Bruchstraße muss ums Doppelte vergrößert werden. Das alles zieht eine neue Bauplanung nach sich. Wobei diese von der Interessengemeinschaft nicht vor dem Herbst erwartet wird. "Aber wir hoffen immer noch, dass die Bauwut der Einsicht unterliegt", meint Irmen.

Einen ersten Schritt, um die Bauwut zu stoppen hat die Gemeinschaft mit dem Überreichen der Unterschriftenliste und den dazugehörigen Argumentation gegen das neue Baugebiet unternommen.

(tref)